Pädagogik:
Kath. Kita Herz-Jesu

Pädagogisches Profil

Unser pädagogisches Ziel ist es, die Entwicklung der Kinder zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern. Dabei gehen wir davon aus, dass sich jedes Kind in einem ganz persönlichen Rhythmus entwickelt. Die pädagogischen Fachkräfte im Kindergarten bieten den Kindern eine Umgebung an, die dieses individuelle Wachstum ermöglicht und unterstützt.
Grundlegende Voraussetzung für eine solche Umgebung ist eine Atmosphäre, in der sich die Kinder geborgen und angenommen fühlen. Auf dieser Grundlage sammeln die Kinder Lernerfahrungen im Rahmen zahlreicher pädagogischer Angebote, die sowohl in das alltägliche Gruppengeschehen, ins freie und selbstbestimmte Spiel als auch in die gezielte geplante Projekt- und Kleingruppenarbeit eingebettet sind.

Pädagogische Schwerpunkte

  • Teiloffenes Konzept
  • Bewegung
  • Religions-Pädagogik
  • Situationsorientierter Ansatz

Bildungsdokumentation

Beobachtungen sind eine wesentliche Grundlage für die pädagogische Arbeit in unserer Kindertageseinrichtung. Die Fachkräfte lernen so die individuelle Persönlichkeit jedes Kindes, seine Interessen, Bedürfnisse und Entwicklungsvoraussetzungen kennen. Die schriftliche und bildliche Dokumentation ist hilfreich bei Gesprächen mit Eltern oder anderen Fachkräften.

Den Entwicklungsstand Ihres Kindes dokumentieren wir mit dem Instrument "Grenzsteine der Entwicklung". Diese lenken die Aufmerksamkeit der Erzieherin auf wichtige Entwicklungs- und Bildungsabschnitte, in deren Verlauf sich bei Kindern bestimmte beobachtbare Fähigkeiten zeigen. Mit den "Grenzsteinen" werden sechs Entwicklungsbereiche der Kinder im Alltagsgeschehen zu bestimmten Stichtagen beobachtet: Spracherwerb, Körpermotorik, Hand-/Fingermotorik, kognitive Entwicklung, soziale Kompetenz und emotionale Kompetenz.

Außerdem arbeiten wir mit Bildungs- und Lerngeschichten nach einem von Margaret Carr Ende 1990 in Neuseeland entwickelten und erprobten Verfahren. Das Besondere der Bildungs- und Lerngeschichten ist, dass Lerngeschichten aus der Beobachtung einer Alltagssituation entstehen. Das Kind erfährt, dass sein Handeln für uns wichtig ist und Bedeutung hat.

Jedes Kind wird mit all seinen Interessen, Fähigkeiten und Kompetenzen wahrgenommen. Das Augenmerk liegt auf den Stärken und Ressourcen des Kindes. Lernprozesse des Kindes werden transparent und erfahren hohe Wertschätzung.
Durch die Beobachtung und Dokumentation erhalten wir pädagogischen Fachkräfte einen besseren Einblick in die individuellen Lern- und Entwicklungsschritte der Kinder und können auf dieser Basis gezieltere Unterstützungsleistungen anbieten.

Die Lerngeschichten werden im persönlichen Portfolio, der Entwicklungsdokumentation des Kindes, aufbewahrt.
Die Portfolioarbeit belegt die individuellen Lernschritte des Kindes von Anfang an. Sie fördert u. a. das Selbstbewusstsein, die Lernmotivation und die sozialen Kompetenzen. Im Portfolio wird zusammengetragen, was die Entwicklung des Kindes prägt.

Inhalte des Portfolios sind:

  • Fotos des Kindes in verschiedenen Situationen
  • Vorstellung des Kindes – Selbstporträt
    Dazu kommt: Das bin ich…/Über mich…/Das mag ich besonders gern…/Mein Lieblings…
  • Geschafft-Gelernt-Blätter
  • Freunde in der Kita
  • Lerngeschichten

Die Portfolios gehören in erster Linie den Kindern. Die Portfoliomappen werden in der Einrichtung so aufbewahrt, dass sie für die Kinder jederzeit zugänglich, aber nicht für die Öffentlichkeit einsehbar sind.
So erhält jedes Kind eine selbst mitentwickelte Mappe, sein eigenes „besonderes“ Portfolio mit Fotos, Lerngeschichten, Zeichnungen und anderem.
Damit werden nicht nur Erfahrungsfelder des Kindes in der Einrichtung, sondern auch in der Familie transparent und „für immer“ dokumentiert. Das Portfolio macht die Stärken des Kindes sichtbar und trägt dazu bei, neue Seiten am Kind zu entdecken.

Bildungsangebot

Angebote in den verschiedenen Bildungsbereichen stellen für Kinder eine Grundlage der förderlichen Entwicklung dar und unterstützen die kindlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

  • Sprache, Schrift, Kommunikation
  • Bewegung, Körper, Gesundheit und Ernährung
  • Ich und die Anderen (Sozialverhalten)
  • Kreativität und Musik
  • Spiele und Materialien
  • Übergänge (Zuhause - Kindergarten, Kindergarten - Grundschule)
  • Religion, Feste und Bräuche

Partizipation

  • Formen der Mitwirkung/-bestimmung für Kinder
  • Partizipation als Grundorientierung
  • Möglichkeiten der Kinderbeteiligung (bei der Gestaltung der Einrichtung und den pädagogischen Angeboten, Schaffung von Gelegenheiten zur Selbstbestimmung/Selbstorganisation)
  • mitverantworten
  • mitdenken
  • mitreden
  • mitplanen
  • mitentscheiden
  • mitgestalten


Die Kinder verbringen einen großen Teil ihres Tages in unserer Kindertageseinrichtung. Da wir unsere Einrichtung nicht als Aufbewahrungsstätte sehen, sondern als Lebensraum für Kinder, ist es uns wichtig, den Alltag und das Zusammenleben im Kindergarten „Herz-Jesu“ gemeinsam mit den Kindern zu gestalten.

Partizipation ist ein wesentliches Element demokratischer Lebensweise und bedeutet für uns, Kinder in möglichst viele Entscheidungsprozesse, die ihre Person betreffen, einzubeziehen und sie an vielem, was das alltägliche Zusammenleben betrifft, altersentsprechend zu beteiligen.

Kinder teilhaben zu lassen, bedeutet aber nicht, dass Kinder alles dürfen!

Es geht um das Recht der Kinder, ihre Meinung frei zu äußern und dass diese Meinung angemessen und entsprechend ihres Alters und ihrer Reife berücksichtigt wird.
Partizipation findet ihre Grenzen dort, wo das körperliche oder seelische Wohl des Kindes gefährdet wird.

Partizipation als fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit setzt eine bestimmte Haltung/Einstellung der Erzieherinnen/Erzieher Kindern gegenüber voraus. Partizipation bedeutet, dass Kinder von Erwachsenen begleitet werden. Darüber hinaus bedeutet Partizipation immer Aushandlungsprozesse, in die Erfahrungen und Interessen von Erwachsenen einfließen.

Wir sehen Kinder als kompetente kleine Menschen, die in der Lage sind, ihren Alltag eigenständig zu gestalten. Wir trauen Kindern etwas zu, nehmen sie ernst und gehen ihnen mit Achtung, Respekt und Wertschätzung entgegen.


Was tun wir dafür, dass Partizipation in unserer Kita gelingt?
Wir machen Demokratie für Kinder altersentsprechend erleb- und begreifbar. Kinder lernen, anderen Menschen nur mit Achtung, Respekt und Wertschätzung zu begegnen, wenn sie dies selbst erfahren. Wir versuchen mit unserem Handeln den Kindern ein Vorbild zu sein. Wir ermöglichen den Kindern die Erfahrung, dass sie ihre Meinung frei äußern können und dass ihre Meinung wichtig ist. Entscheidungen, z. B. ob oder was im Morgen- oder Stuhlkreis gespielt wird, treffen wir gemeinsam. Bei Abstimmungen zählt jede Stimme gleich viel. Wir fordern die Kompetenzen der Kinder heraus.
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Warum ist uns Partizipation wichtig?
Indem Kinder ernst genommen werden, diskutieren, Entscheidungen treffen, Vorschläge machen, Kompromisse erarbeiten usw. lernen sie viel und machen zahlreiche Erfahrungen:

  • Sie werden angeregt, sich eine eigene Meinung zu bilden.
  • Sie lernen Bedürfnisse in Worte zu fassen.
  • Sie stärken ihr Selbstbewusstsein.
  • Sie lernen Möglichkeiten zur Konfliktbewältigung kennen.
  • Sie lernen Verantwortung zu tragen (für ihre Entscheidung und deren Folgen).
  • Sie lernen andere Meinungen und Standpunkte zu tolerieren und Kompromisse einzugehen.
  • Sie erfahren, dass Engagement etwas bewirken kann.
  • Sie lernen sich mit ihrer Umwelt kritisch auseinander zu setzen.
  • Sie lernen anderen zuzuhören und andere aussprechen zu lassen.


Für unsere Einrichtung haben wir uns für die projektbezogene und für die offene Form der Beteiligung entschieden.

Wir machen uns auf den Weg – Partizipation im Alltag
Es muss nicht gleich die Schaffung eines Kinderparlamentes sein, um Partizipation von Kindern in der Einrichtung zu leben. Es geht zunächst um verlässliche Gesprächssituationen und Rituale, die nach und nach ausgebaut werden. Beteiligung erfordert einen festen wiederkehrenden Termin, an dem Raum und Zeit ist, gemeinsam über Dinge zu sprechen, die die Kinder bewegen, Entscheidungen zu treffen und Planungen vorzunehmen. Aus dem gemeinsamen Erleben heraus werden diese Strukturen nach und nach weiterentwickelt sowie die Möglichkeit der Beteiligung von Kindern verbessert und differenziert.

Dieses findet man z. B. in folgenden Situationen:

  • Einmal im Monat findet ein Aktionsfrühstück statt.
  • Die Kinder können beim Karnevalsthema mitentscheiden.
  • Gruppenspezifische Angelegenheiten werden mit den Kindern besprochen, wie z. B. Benutzung des Legos, Spielverhalten in der Puppenecke etc. Allgemeine Gruppenregel werden mit dem Kindern erarbeitet, damit ein harmonisches Miteinander stattfinden kann.
  • Es gibt einen Morgen- bzw. Stuhlkreis zum Ende der Freispielphase.
  • Geburtstagsfeier (Geburtstagsgäste für den Geburtstagstisch aussuchen, Spiele und Lieder aussuchen)
  • Mitgestalten der Mittagszeit (freie Platzwahl am Essenstisch, ausruhen/Mittagsgruppe)