Pädagogik:
Kath. Kita "St. Franziskus"

Pädagogisches Profil

Religions-Pädagogik
Die religionspädagogischen Angebote basieren auf der Eigenaktivität und den individuellen Bedürfnissen der Kinder und folgen keinem festgelegten Lehrplan.
In unserer Kita richten sich die religionspädagogischen Angebote nach den Festen des kirchlichen Jahreskreis. Jede Gruppe entscheidet individuell nach den Wünschen und Bedürfnissen der Gruppe, wie und mit welchen Methoden das Thema des Festes ganzheitlich vertieft wird.
Die Kirchengemeinde St. Hedwig unterstützt die religionspädagogische Arbeit der Kita durch regelmäßige Besuche und Bibelerzählungen der Gemeindereferentin.

Spielen und Lernen
Der zentrale Weg der Kinder sich die Welt anzueignen ist das Spiel.
Kinder erkennen und erobern die Welt zuerst im Spiel. Je jünger das Kind ist, desto mehr ist das Spiel die Hauptantriebskraft seiner Entwicklung in allen Bildungsbereichen. In unserer Kita setzen die pädagogischen Fachkräfte das für die verschiedenen Alters- und Entwicklungsstufen wie folgt um:

  • Die Kinder nutzen die verschiedenen Spielbereiche mit ihren unterschiedlichen Materialien (es wird darauf geachtet, für alle Altersstufen etwas bereit zu halten).
  • Sie probieren unterschiedliche Konstruktionsmaterialien aus. Hier nehmen die jüngeren Kinder die Anregungen der älteren auf und lernen „am Modell“.
  • Sie nutzen das Raumangebot im Nebenraum,auf dem Flur und in der Turnhalle für Bewegungs- und Rollenspiele.
  • Durch wechselnde entwicklungsgemäße Regelspiele wird der Umgang mit Regeln eingeübt.
  • In der Leseecke werden diverse - wechselnde - Buchangebote für die unterschiedlichen Altersstufen bereit gehalten.
  • Spezielle Projektangebote (Forscherclub der Fünfjährigen, Musikangebot für die „mittlere Altersstufe“, Teddykrankenhaus) für die Altersgruppe "angehende Schulkinder"
  • Projekte und Spielideen, die die Kinder alleine weiterentwickeln, erforschen und ausprobieren können.
  • Gruppenübergreifende Treffen der Schulanfänger, um sie auf den Übergang zur Schule vorzubereiten.


Bewegung
Kinder haben von Beginn an das Grundbedürfnis sich zu bewegen und ihre körperlichen Kräfte zu erproben.
Da wir „Anerkannter Bewegungskindergarten mit dem Pluspunkt Ernährung" sind, ist unser Tagesablauf mit Bewegung ausgefüllt. Wir geben der täglichen Bewegung breiten Raum und verknüpfen die Bewegungsaktivitäten der Kinder mit spielerischem Handeln, kreativen Angeboten und anderen Aktivitäten, die für ihre Entwicklung wichtig sind. Wir achten auch darauf, dass die Bewegungsinteressen von Mädchen und Jungen gleichermaßen berücksichtigt werden.
Die Turnhalle steht jeder Gruppe zu bestimmten Zeiten zur Verfügung. Hier werden regelmäßig angeleitete Bewegungsstunden mit Regel-, Ausdauer-, Lauf- und Fangspielen, aber auch spezifischen Angeboten zur Förderung von Gleichgewicht und Konzentration durchgeführt. Das Spiel draußen ist bei jedem Wetter ein fester Bestandteil in unserem Tagesablauf.
Zu den vielfältigen Spielmöglichkeiten im Außengelände gehören Schaukeln, Klettermöglichkeiten an Geräten und auf kleineren Bäumen, eine Hügellandschaft mit Rutsche und Kiesbett, eine Wassermatschanlage im Sandbereich, ein Tunnel, eine Wackelbrücke, Rasenfläche für Ballspiele usw. sowie Büsche und Sträucher zum Verstecken.

Zusätzlich bieten wir für die unterschiedlichen Altersgruppen z. B. folgende gruppenübergreifende Bewegungsangebote an:

  • Für die unter Dreijährigen: Bewegungsbaustelle in der Turnhalle
  • Für die mittlere Altersstufe: Lauftreff (Fitnesstraining zur Vorbereitung auf den Osterlauf)
  • Für die angehenden Schulkinder: Rollbrettführerschein, Fußballturnier

Pädagogische Schwerpunkte

  • Teiloffenes Konzept
  • Bewegung
  • Religions-Pädagogik
  • Situationsorientierter Ansatz

Bildungsdokumentation

Die Beobachtung und Dokumentation geschieht in unserer Kita mit dem Instrument der Bildungs- und Lerngeschichten. Diese Bildungs- und Lerngeschichten sind eine weltweit anerkannte Methode zur Beobachtung und Dokumentation von Bildungsprozessen in Kitas. Das Verfahren stammt aus Neuseeland und wurde vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München auf die Bedingungen in Deutschland angepasst.
Bildungs- und Lerngeschichten entstehen im pädagogischen Alltag. Die pädagogischen Fachkräfte beobachten die Kinder und halten das Gesehene schriftlich fest.

Nach einer oder mehreren Beobachtungen wird für das Kind eine Lerngeschichte geschrieben.
Diese wird wie ein Brief persönlich an das Kind gerichtet und mit Fotos aus den beobachteten Situationen ergänzt, je nach Alter und Entwicklungstand des Kindes.
Die Lerngeschichte wird dem Kind vorgelesen. So wird das Kind in diesen Prozess einbezogen, in dem es als Experte für sich selbst Einfluss nehmen kann. Die Bildungs- und Lerngeschichten werden mit anderen Werken und Fotos in der persönlichen Schatzmappe gesammelt und dokumentiert.
In regelmäßigen Abständen können die Kinder ihre Schatzmappe über das Wochenende mit nach Hause nehmen. So haben auch die Eltern Zeit, die Lerngeschichten zu lesen.

Bildungsangebot

Bildung wird in erster Linie als Eigenaktivität des Kindes verstanden. Das Kind bildet sich selbst, indem es seine Beziehung zu sich selbst, zu seinen Mitmenschen, zur Welt und zu Gott gestaltet.

  • Kinder werden sich ihrer eigenen Interessen, Wünsche und Bedürfnisse bewusst, da sie danach gefragt werden.
  • Kinder erfahren, dass ihre Gefühle und Meinungen wichtig sind, da sie geachtet und beachtet werden.
  • Kinder erfahren, dass ihre Meinung ernst genommen wird, da sie in der Gruppe und in ihrer Umgebung Vorgänge beeinflussen können.
  • Kinder erleben, dass sie ein wichtiger Teil der Gemeinschaft sind, da sie mit ihren Stärken und Schwächen angenommen werden.
  • Kinder erfahren „Auf mich kommt es an!“, da sie Verantwortung für sich, für andere und für eine Sache übernehmen können.
  • Kinder lernen, dass ihren Entscheidungsmöglichkeiten durch objektive Bedingungen Grenzen gesetzt sind.

Die Bildungsangebote sind ganzheitlich angelegt.

Partizipation

Partizipation beinhaltet das Recht der Kinder, bei Entscheidungen, die ihr Leben und das der Gemeinschaft  betreffen, mit einbezogen zu werden. Partizipation ist eine Grundhaltung der pädagogischen Fachkräfte, verbunden mit der Bereitschaft, Kinder an den sie betreffenden Entscheidungen zu beteiligen. Die Atmosphäre innerhalb der Kita ist geprägt von Respekt und Wertschätzung gegenüber allen beteiligten Personen.

Partizipation in der Kita "St. Franziskus" heißt mitzubestimmen bei:

  • der Gestaltung im Morgenkreis
    welches Spiel spielen wir, woran möchte ich mich beteiligen
  • der Auswahl des Spielmaterials innerhalb der Gruppe
    welche Spiele und Bücher sollen in unseren Gruppenregalen zur Verfügung stehen, von welchen Dingen verabschieden wir uns beim Spielzeugfasten für einen gewissen Zeitraum, was und wo möchte jeder Einzelne im Freispiel spielen. Die Spiel- und 'Gebrauchsmaterialien' sind für die Kinder weitestgehend frei erreichbar. Die Kinder können auswählen womit sie sich beschäftigen möchten.
  • der Auswahl der Spielorte
    Auch ohne Begleitung können sich die Kinder aussuchen, wo sie spielen möchten. Neben- und Funktionsräume sind ebenso wie das Außengelände, nach Absprache mit den pädagogischen Fachkräften, frei zugänglich. Ebenso ist es möglich andere Gruppen der Einrichtung nach Absprache zu besuchen.
  • der Essensgestaltung
    Die Kinder können mitentscheiden, welches Essen bestellt werden soll. Sie sind beteiligt an der Gestaltung des Tisches und an dem Essensablauf.
  • der Auswahl und Initiierung von Projekten
    Die Kinder werden nach ihren Interessen gefragt und können eigenen Ideen und Fähigkeiten mit einbringen und so mit gestalten.
  • der Entscheidung, welche Kleidung sie tragen möchten, wenn draußen gespielt wird (Eine Kleingruppe von Kindern testet die Außentemperatur und erstellt anhand einer Anziehpuppe einen Vorschlag zur Kleidung.),
  • der Wahl der Gruppensprecher
    Jedes Kind der Gruppe hat eine Stimme mit der es die Vertreterin/den Vertreter wählen kann, die/der die Gruppe innerhalb der Kita bei regelmäßig stattfindenden Treffen vertritt.
  • Angeboten im Kindergartenablauf durch diverse Mitmachangebote für die Kinder
    Die Kinder können selbst entscheiden ob und wann sie das Angebot wahrnehmen.
  • der Gestaltung der Wickelsituation
    Die Kinder entscheiden, von welcher Bezugsperson sie sich wickeln lassen möchten.


Die Kinder erarbeiten gemeinsame Regeln für das Zusammenleben in der Kita. Es ist sowohl den Kindern als auch den Eltern klar, an welchen Stellen sie sich über Sachverhalte oder Situationen beschweren können.
Die Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte ist es, diesen Prozess anzuleiten und zu begleiten.
Sie stellen Informationen zur Verfügung und hören auf die Bedürfnisse und Ideen der Kinder. Sie unterstützen die Kinder bei der Gesprächsführung und auch durch die Visualisierung und die zeitnahe Umsetzung der gemeinsamen Ergebnisse. Sie achten darauf, dass alle Kinder die Möglichkeit haben, sich nach ihren individuellen Fähigkeiten zu beteiligen und schaffen eine Atmosphäre in der sich jede/jeder traut mitzureden.