Pädagogik:
Kath. Kita "St. Michael" Neuenbeken

Pädagogisches Profil

Die pädagogische Arbeit sowie das gesamte Handeln in der Einrichtung basieren auf dem christlichen Menschenbild und somit auf der unbedingten und je einmaligen Würde jedes Menschen.
In der Personenwürde gründen die Rechte der Kinder, insbesondere ihr Recht auf ganzheitliche Bildung und Erziehung und ihr Recht auf Teilhabe. Ziel des pädagogischen Handelns ist die Befähigung zu einer zunehmend selbstständigeren und eigenverantwortlicheren Teilnahme als freie und verantwortliche Person am sozialen, politischen, ökonomischen, kulturellen und religiösen Leben.

Bildung wird in erster Linie als Eigenaktivität des Kindes verstanden. Das Kind bildet sich selbst, indem es seine Beziehung zu sich selbst, zu seinen Mitmenschen, zur Welt und zu Gott gestaltet. Dabei bedarf das Kind der pädagogischen Führung, die den Rahmen für den Selbstbildungsprozess des Kindes gestaltet. Dazu zählen insbesondere bedingungslose Formen von Mitbestimmung, Mitgestaltung und Mitwirkung.

Das pädagogische Handeln regt an, statt anzuordnen, es motiviert, statt zu reglementieren, es bestärkt, statt zu kritisieren und es unterstützt, statt zu begrenzen.
Der zentrale Weg der Kinder, sich die Welt anzueignen, ist das Spiel. Aus diesem Verständnis heraus werden den Kindern Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet. Das umfasst auch mit ihnen unterschiedliche Zugänge zu ihrer Umwelt zu erschließen.

Die Bildungsbereiche sind ganzheitlich angelegt. Sie umfassen insbesondere folgende Bereiche:

Sprache und Kommunikation

  • tägliches Miteinander
  • zuhören, erzählen lassen
  • Bilderbuchbetrachtungen
  • Morgenkreise und Stuhlkreise
  • Kindercafé


Religion und Ethik

  • Schöpfung erleben
  • Kirchenbesuche
  • tägliche Gebete
  • Feste im Kirchenjahr
  • religionspädagogische Angebote
  • Erzählungen von biblischen Geschichten


Körper, Gesundheit und Ernährung

  • gesunde und ausgewogene Ernährung
  • Besuch beim Zahnarzt
  • kochen und backen


Spielen, Gestalten und Medien

  • Freispiel
  • Bilderbücher
  • Geschichten von CDs und Kassetten
  • Diashows
  • Schattenspiele


mathematische Bildung

  • Mengeneinschätzung
  • Spiele mit Zahlen
  • verschiedene Materialien zum Zählen


Bewegung

  • alltägliche Nutzung von Turnhalle, Flur und Außengelände
  • die große Turnhalle der Schule
  • Tanz-AG alle zwei Wochen
  • Bewegungsspiele


naturwissenschaftliche und technische Bildung

  • Natur- und Tierbetrachtungen
  • verschiedene Experimente


ökologische Bildung

  • Umwelt erforschen mit allen Sinnen
  • regelmäßige Waldbesuche


musisch-ästhetische Bildung

  • regelmäßige Singrunden
  • Klanggeschichten mit Instrumenten


soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung

  • verschiedene Religionen innerhalb der Einrichtung
  • Respekt und Rücksicht gegenüber anderen Kinder
  • Bedürfnisse aller Kinder werden berücksichtigt


Bildung wird von jedem Kind in seiner eigenen Weise, seinem eigenen Tempo und nach seinem eigenen Interesse gestaltet. Dabei steht der Erwerb von Wissen und Inhalten gleichberechtigt neben dem Erwerb von Erfahrungen, Denkmustern, Einstellungen und Orientierungen.
Der Erwerb von Selbst-, Sozial-, Sach- und Methodenkompetenzen hat sowohl kognitive als auch handlungspraktische Anteile. Wissen und Können stehen auf einer Stufe nebeneinander.

Das Einrichtungsangebot richtet sich an einem inklusiven Verständnis aus. Es berücksichtigt sowohl die individuellen Konstitutionen der Kinder als auch die vielfältigen Merkmale ihrer Lebenswelten und deren unterschiedliche Weltanschauungen und Religiösitäten. Alle Kinder und deren Familien werden mit ihren unterschiedlichen sozialen, kulturellen und religiösen Hintergründen als Bereicherung im Zusammenleben der Einrichtungsgemeinschaft angenommen.

Pädagogische Schwerpunkte

  • Teiloffenes Konzept
  • Religions-Pädagogik

Bildungsdokumentation

Basis für die Bereitstellung bedürfnisorientierter und anregender Entwicklungs- und Lernumgebungen sind ressourcenorientierte und ganzheitliche Beobachtungen der Lernprozesse und -fortschritte aller Kinder. Die Beobachtungen werden dokumentiert und die gewonnenen Erkenntnisse werden reflektiert, um die Kinder in ihrer individuellen Entwicklung Schritt für Schritt zielgerichtet begleiten zu können.

Das Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren enthält für Kinder ansprechende Formen, um ihnen ihr Tun nachvollziehbar zu machen und mit ihnen gemeinsam über gemachte Erfahrungen nachzudenken.
Die pädagogischen Fachkräfte bieten den Eltern einen regelmäßigen und wechselseitigen Austausch über die Entwicklungsprozesse des Kindes an.

Jedes Kind besitzt eine eigene Portfoliomappe. Hier sind eigene Bilder, Fotos und Dokumentationen von Veranstaltungen sowie die individuellen Lerngeschichten abgeheftet.
Kinder und auch die Eltern haben jederzeit Einblick und können sich darüber informieren. In jedem Elterngespräch bildet die Portfoliomappe die Grundlage, an der die pädagogischen Fachkräfte die Entwicklung der Kinder vermitteln.

Seit August 2008 dokumentieren wir die Bildungs- und Lernprozesse der Kinder anhand von Bildungs- und Lerngeschichten. Hierbei handelt es sich um ein Beobachtungsinstrument, das während des Projektes Kind & Ko in Paderborn in vielen Tageseinrichtungen installiert wurde.
Bei diesem Verfahren stehen die Stärken und Interessen jedes Kindes im Vordergrund, nicht seine Defizite. Beobachtungen werden ohne eine Form der Bewertung aufgeschrieben, ausgewertet und daraus eine Lerngeschichte individuell für jedes Kind geschrieben. Die Dokumentationen werden während der Kita-Zeit gesammelt und vor Schulbeginn ausgehändigt.

Bildungsangebot

Bildungsangebote in der Kindertageseinrichtung sind wichtig für die Kinder. Sie stellen eine Grundlage der förderlichen Entwicklung dar und unterstützen die kindlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Das Spiel ist eines der wichtigsten Elemente im Leben eines Kindes. Es erlernt und verarbeitet im Spiel, was für seine Entwicklung relevant ist. In seiner Vielfalt bietet das Spiel den Kindern die Möglichkeit, alle lebenswichtigen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, die für ihre Bildung bedeutsam sind. Sie machen Erfahrungen, die ihnen helfen, zu einer eigenständigen Persönlichkeit heranzuwachsen, um selbstständig und verantwortungsbewusst zu werden. Spielen ist Lernen. Es unterstützt die Lernfreude, Lernmotivation und damit die Neugierde - die maßgebende Grundlage für das Lernen.
Das Selbstwertgefühl steigert sich, wenn Kinder im Spiel selbsttätig werden und aus ihrem Spiel lernen.
Deshalb ist das Spiel ein Schwerpunkt in unserer Arbeit. Wir geben Anregungen, spielen mit oder schaffen neue Spielsituationen. Ideen und Impulse der Kinder werden aufgenommen und fortgeführt. Die Kinder erhalten viel Raum und Zeit, sich ihrem Bedürfnis entsprechend im Spiel auszuleben. So nimmt das Freispiel bei uns einen großen Teil des Vormittags ein. Diese Zeit kann jedes Kind nach eigenen Ideen und Interessen mitgestalten. Es kann seiner Neugierde und seinen Bedürfnissen freien Lauf lassen. Es wählt sein Spiel, seinen Spielpartner, den Spielort und die Dauer des Spiels selbst. Während des Freispiels sind die pädagogischen Fachkräfte Spielpartner, Lernbegleiter und Beobachter.

Neben dem Freispiel finden in unserer Kindertageseinrichtung verschiedene Angebote und Aktivitäten statt.

wöchentlich

  • gemeinsames Frühstück
  • Turnen
  • Schulkinderförderung
  • Sprachförderung
  • Nachmittagsangebot


monatlich

  • gemeinsame Singrunden
  • Kindercafé
  • Waldtag
  • Spielzeugtag (alle 2 Wochen)
  • Tanz-AG (alle 2 Wochen)


Regelmäßig finden gruppenübergreifende Angebote statt.

Partizipation

In den täglichen Morgenkreisen haben die Kinder die Möglichkeit, ihre Anliegen, Wünsche und Bedürfnisse frei zu äußern. Die pädagogischen Fachkräfte nehmen dieses ernst und suchen zusammen mit den Jungen und Mädchen eine Problemlösung.

Des Weiteren finden regelmäßig Kinderkonferenzen für alle Altersstufen statt.

Hierbei treffen sich entweder alle Kinder der Einrichtung oder altersspezifische Gruppen und besprechen z. B. welche Themen die Kinder interessieren. Gruppenintern entscheiden die Kinder in diesen Konferenzen, welches Spielzeug ausgetauscht wird.

Auch bei der Essenswahl beim Mittagessen sind die jeweiligen Kinder beteiligt.