Pädagogik:
Städt. Kita "An der Abtsbrede"

Pädagogisches Profil

Unsere Kita - ein Erlebnisraum
Bei uns

  • trifft das Kind andere Kinder
  • wird das Kind zum Spielen und zum Experimentieren angeregt
  • bekommt das Kind Kontakt mit gleichaltrigen, jüngeren und älteren Kindern
  • bildet das Kind mit der Gruppe eine Gemeinschaft
  • wird die Persönlichkeit des Kindes gestärkt
  • wird das Kind in seiner Selbstständigkeit unterstützt


Unsere Kita

  • ist ein Ort, an dem das Kind begleitet und unterstützt wird, sich jetzt und in Zukunft in seiner Welt zurechtzufinden
  • unterstützt und ergänzt die Erziehung in der Familie
  • ist eine eigenständige Erziehungs- und Bildungsinstitution im Elementarbereich
  • gibt Raum zur gemeinsamen Erziehung
  • ist ein Angebot der Stadt Paderborn an Familien
  • ist eine Begegnungsstätte für Eltern, Gruppen und Kooperationspartner


Unsere Kita - ein Spielort
Das Spiel hat für die gesamte Kindergartenpädagogik eine zentrale Bedeutung. Spielen bedeutet für das Kind „Arbeit“. Nur im Spiel kann das Kind seine Kräfte, Stärken und Fähigkeiten entwickeln und entfalten.
Das freie Spiel ist eine ganzheitliche Förderung der kindlichen Entwicklung und von großer Bedeutung für die seelische Entwicklung des Kindes.
Das Kind hat im Spiel die Möglichkeit positive und negative Eindrücke zu verarbeiten, indem es alltägliche Situationen, Erlebtes sowie Konflikte nachspielt.
Während des Spiels hat das Kind die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und soziale Beziehungen aufzubauen.

Das Freispiel nimmt im Kindergartenalltag zeitlich den größten Raum ein. Während des freien Spiels können die Kinder entsprechend der jeweiligen Gruppenregeln

  • den Spielort
  • den Spielpartner
  • die Spieldauer
  • das Spielmaterial

selbst auswählen.

Spielen ist für Kinder ein Bedürfnis. Dieses Bedürfnis kann nur in einer positiven Atmosphäre befriedigt werden.
Hier ist die Erzieherin/der Erzieher gefordert. Ihre/Seine Aufgabe ist es, kindgemäße Spielangebote anzubieten sowie eine entsprechende Atmosphäre zu schaffen.

Die Erzieherin/der Erzieher

  • ist präsent
  • ermutigt, indem sie/er das Kind mit den Materialien vertraut macht
  • tröstet bei Misserfolgen
  • verstärkt das Spiel durch Zusehen und Zuhören
  • unterstützt Interessen 
  • gibt Hilfestellungen und motiviert
  • bestätigt das Kind in seinem Tun
  • regt mit Impulsen an, die das Spiel weiterführen
  • lenkt behutsam mit Spielhilfen
  • erkennt Stärken und Spielverhalten durch Beobachten der Kinder und dokumentiert dieses in den Bildungs- und Lerngeschichten
  • hört aufmerksam zu und ist Gesprächspartner/in der Kinder
  • hält sich in Spiel- und Konfliktsituationen zurück, um die Selbstständigkeit und Eigenaktivität beim Lösen von Konflikten nicht zu beeinträchtigen
  • sorgt für eine Umgebung, in der sich die Kinder ihrem individuellen Entwicklungsstand und ihrer Interessen entsprechend weiterentwickeln können

Pädagogische Schwerpunkte

  • Teiloffenes Konzept
  • Situationsorientierter Ansatz

Bildungsdokumentation

Unser Bildungsauftrag bezieht sich auf eine ganzheitliche Förderung aller Entwicklungsbereiche. Für eine zielgerichtete Bildungsarbeit ist die beobachtende Wahrnehmung der Kinder sinnvoll und notwendig.

Die Beobachtung der Kinder ist ein bedeutender Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit.
Seit einigen Jahren arbeiten wir mit den Bildungs- und Lerngeschichten.

Dabei beobachten und beschreiben die Erzieher/innen, wie sich ein Kind mit seiner Umwelt auseinandersetzt und dabei mit all seinen Sinnen lernt:

  • Wie interessiert und engagiert ist ein Kind?
  • Wie hält das Kind Schwierigkeiten und Herausforderungen stand?
  • Wie drückt das Kind sich aus?
  • Wie tauscht das Kind sich mit anderen Kindern aus und wie teilt es sich mit?
  • Wie verhält sich das Kind in einer Lerngemeinschaft und wie wirkt es an ihr mit?


Wesentliche Merkmale von kindlichen Selbstbildungsprozessen und deren Ergebnisse werden erfasst und dokumentiert. So werden Lernfortschritte festgestellt und eine gezielte Förderung angeboten. Der regelmäßige Austausch zwischen Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften ist gewünscht.

Wir legen für jedes Kind eine Bildungsdokumentation an und sammeln Material, das Aufschluss über den Bildungsweg des einzelnen Kindes gibt.
Am Ende der Kindergartenzeit bekommen die Kinder ihren „Bildungsschatz“ ausgehändigt.

Bildungsangebot

Die Erzieher/innen beobachten die Kinder in einer überschaubaren Kindergruppe.
So erkennen sie mit geschultem Blick die Stärken der Kinder, dokumentieren diese und geben den Kindern Impulse sich weiter zu entwickeln.

Um allen Kindern gerecht zu werden, wird jedes Kind von seinem individuellen Entwicklungsstand abgeholt und zielgerecht gefördert. Das Kind bestimmt das Tempo!

In unserer Einrichtung betreuen wir 112 Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren und bieten ihnen einen strukturierten Tagesablauf.
Wir stellen dem KiBiz  entsprechend Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder unter 3 Jahren (U3-Kinder) zur Verfügung.
In drei Gruppen mit jeweils 21 Kinder werden insgesamt zwölf U3-Kinder in einer altersgemischten Gruppe von 2 bis 6 Jahren betreut. Die anderen zwei Gruppen setzen sich aus jeweils bis zu 25 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren zusammen.

Durch die  Fortbildung „Wach, neugierig und klug - Kinder unter 3“ wurden wir auf die Betreuungssituation der Altersspanne 2 bis 6 Jahren vorbereitet.

Wir Erzieher/innen legen großen Wert darauf, dass die Kinder sich in unserem Kindergarten wohl fühlen und Vertrauen zu uns haben. Um dieses zu erreichen ist es wichtig, dass auch die Eltern und Erzieher/innen eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig vertrauen.

Kinder haben ein zuverlässiges Gespür für das, was mit ihnen geschieht (für ihre Grenzen und ihr Können). Sind Kinder überfordert, ist ihre Grenze erreicht. Sie zeigen dieses durch starke Emotionen: Angst, Weinen, Schreien usw. Das wird besonders in der Eingewöhnungsphase deutlich. Deshalb müssen Eltern und Erzieher/innen dem Kind Zeit lassen sich einzugewöhnen, Bindung und Vertrauen aufzubauen (zu der fremden Erzieherin/dem fremden Erzieher, zu den unbekannten Räumlichkeiten, zu dem unbekannten Tagesablauf, zu fremden Kindern, u. a.).
In unserem Eingewöhnungsmodell werden die Bedürfnisse und die Entwicklung der Kinder optimal berücksichtigt, in dem alle Beteiligten Empathie zeigen. Auch müssen Eltern und Erzieher/innen zum Wohle des Kindes für das prozesshafte Geschehen des Eingewöhnens Zeit haben und sich Zeit nehmen.

In einem Einzel-/Aufnahmegespräch zwischen Eltern und Erzieherinnen/Erziehern wird im Idealfall der beste individuelle Weg für das einzelne Kind festgelegt.
Der Einbezug der Eltern in die Planung und in den Eingewöhnungsprozess ist für eine erfolgreiche Bewältigung dieser Situation der Kinder unerlässlich. Durch behutsame Begleitung gewinnt das Kind an Sicherheit. Ab- und Rücksprachen mit den Eltern sind immer wieder wichtig.

Das heißt für das Kind:
Sicherheit -> stabile Bindungen -> angstfreies Lernen -> Neugierde auf die Umwelt -> gesunde Weiterentwicklung

Unter dem Motto "Alle Bildung beginnt mit Neugierde" (Peter Bieri) werden in unserer Einrichtung alle Bildungsbereiche durch verschiedene Aktionen, Projekte, Angebote und Spiele berücksichtigt:

  • Bewegung
  • Körper, Gesundheit und Ernährung
  • Sprache und Kommunikation
  • Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung
  • Musisch- ästhetische Bildung
  • Religion und Ethik
  • Mathematische Bildung
  • Naturwissenschaftlich- technische Bildung
  • Ökologische Bildung
  • Medien


Für die Kinder im letzten Kindergartenjahr (vor der Einschulung) bieten wir besondere, altersentsprechende Projekte an. Diese richten sich nach den Interessen der Kinder. Zudem werden die Kinder in der Übergangssituation von der Kita zur Grundschule begleitet. 



Wenn Kinder einen besonderen Förderbedarf haben, dann möchten wir helfen:

  • indem wir gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten das Gespräch suchen,
  • indem wir mit Ärzten und Therapeuten über Fördermaßnahmen sprechen,
  • indem eine ärztliche Stellungnahme angefordert wird,
  • indem ein Integrationsantrag gestellt wird,
  • indem dem Kind eine zusätzliche Erzieherin als Integrationskraft zur Verfügung gestellt wird.
     

Wir möchten den Kindern mit besonderem Förderbedarf Eingliederungshilfe gewähren:

  • indem wir es darin unterstützen, Erfolge in seiner Entwicklung sammeln zu dürfen,
  • indem wir es darin unterstützen, in der Kindergruppe anerkannt zu werden,
  • indem wir es darin unterstützen, emotional angenommen zu werden.
     

Unsere Einrichtung ist eine Hilfe für das Kind sich jetzt und in Zukunft in der Welt zurechtzufinden und sie mitzugestalten.

Partizipation

In unserer Einrichtung wird Partizipation gelebt.

Partizipation heißt, Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. (Schröder 1995)

Partizipation ist ein wichtiger Schlüssel zu Bildung und Demokratie. Die Kinder gestalten ihre Bildungsprozesse aktiv mit, denn nur so werden sie sich erfolgreich weiterentwickeln. So erfahren die Erzieher/innen auch, was die Kinder aktuell beschäftigt und welche Interessen sie verfolgen.

Die Kinder wählen in jedem Jahr zwei Gruppensprecher pro Gruppe. Diese zehn Kinder setzen sich zusammen und sprechen über anstehende Projekte, aktuelle Themen, Wünsche der anderen Kinder oder Ähnliches. Sie lernen das Zuhören und das Aussprechen lassen. Die Meinung anderer wird zugelassen und wahrgenommen. Nach den Besprechungen, Diskussionen und einer Überlegungszeit wird demokratisch entschieden und abgestimmt. Diese Methode wird auch auf Gruppenebene praktiziert.

So hat sich im Laufe der Zeit eine Wohlfühlregel entwickelt. Die Kinder berichteten in unterschiedlichen Gesprächskreisen über alltägliche Meinungsverschiedenheiten. Diese kleinen Streitigkeiten beschäftigten die Kinder intensiv und auch wir nahmen das Thema sehr ernst und suchten gemeinsam nach einer Lösung. So entstand unsere Wohlfühlregel, dir wir als Reim formuliert haben. Aufgrund der Reimform prägt sich unsere Wohlfühlregel auch bei jüngeren und neuen Kindern besser ein:

"Damit wir Spaß beim Spielen haben, wollen wir uns alle gut vertragen.
Und jedes noch so kleine Teil, bleibt in unserer Kita heil!"