Pädagogik:
Städt. Kita "Elser Heide"

Pädagogisches Profil

Das unmittelbare gemeinschaftliche Erleben der Kinder ist ein wichtiges Element des sozialen Lernens und trägt somit entscheidend zur Persönlichkeitsbildung bei.
Die große Altersspanne der Kinder in unserer Kita bietet ein großes Lernfeld und fördert die Achtsamkeit der Kinder. Auf der anderen Seite ist es unsere Aufgabe, dem Entwicklungsalter des einzelnen Kindes gerecht zu werden und auf dessen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen.
Deshalb werden die Kinder bei uns in vier altersbezogenen  Entwicklungsgruppen
(4 Monate bis 2 Jahre, 2 - 4 Jahre, 4 - 6 Jahre) betreut.
Durch die geringere Altersspanne in den Gruppen werden wir den Bedürfnissen und Lernfeldern der unterschiedlichen Entwicklungsstufen gerecht.

Hier bietet unser teiloffenes Konzept den richtigen Rahmen:
Die Kinder sind in ihren Gruppen "zuhause", haben aber gleichzeitig Gelegenheit, die Spiel- und Erfahrungsmöglichkeiten des gesamten Hauses zu nutzen.
So werden wir dem Streben nach Exploration und Rückzug gerecht.
Als Bildungseinrichtung begleiten wir die Kinder in ihrer emotionalen, körperlichen und kognitiven Entwicklung, damit sie bereit sind das Lernen zu lernen.
Was uns dabei wichtig ist:

- die grundlegende stabile Beziehung zum Kind.

Hier kommt bereits der Zeit der Eingewöhnung ein hoher Stellenwert zu. Vor jeder Eingewöhnung steht ein ausführliches Aufnahmegespräch mit den Eltern. Sie erhalten Informationen über den Ablauf, ihre konkrete Beteiligung am Eingewöhungsprozess ihres Kindes, sowie deren Bedeutung. Es erfolgt ein gegenseitiger Austausch über wichtige Informationen zu ihrem Kind und über die Einrichtung.
Es gibt immer eine "Bezugserzieherin", die für die Eingewöhnung eines bestimmten Kíndes zuständig ist. Sie bespricht mit den Eltern, wie die Anwesenheit des Kindes schrittweise gesteigert und der begleitende Elternteil sich mehr und mehr zurückzieht.
Erst wenn die Erzieherin von dem Kind als weitere Bindungsperson erlebt und angenommen wird (sich füttern, beruhigen lässt, in den Schlaf findet…), kann von einer gelungenen Eingewöhnung gesprochen werden.

- Wir beobachten die individuelle Bildungsbiograhie des Kindes.

Wir sind uns bewusst, dass jedes Kind sein eigenes Entwicklungstempo hat, sowie individuelle Begabungen.

- Wir regen individuelle Bildungsprozesse an.

Unsere  Aufgabe ist es dem einzelnen Kind Weiterentwicklung zu ermöglichen und dementsprechend  Impulse zu geben.

- Freude und Spaß der Kinder am eigenen Tun stehen im Mittelpunkt.

"Nachhaltig Lernen und seine Persönlichkeit ausbilden kann man nur durch eigene Erfahrungen. Und Erfahrung ist immer ein körperliches Erleben gekoppelt mit Emotionen, die unter die Haut gehen."

(Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther , Zeitschrift "Wirbelwind", Ausgabe 4/2012, Verlag Jako-o, Bad Rodach)

- Bewegung, als wichtiger Pfeiler kindlicher Entwicklung.

Deshalb tragen wir bereits bei der Raumgestaltung dazu bei, dass die Kinder viele Bewegungsmöglichkeiten haben. Wir möchten, dass sie ihren Bewegungsdrang ausleben und neue Erfahrungen in diesem Bereich sammeln können. Hier spielt auch unser großzügiges Außengelände eine wichtige Rolle.

- Wir sehen uns in einer Erziehungspartnerschaft mit den Eltern (siehe unten: "Eltern").

 

Pädagogische Schwerpunkte

  • Teiloffenes Konzept
  • Bewegung

Bildungsdokumentation

Im Rahmen der Bildungsdokumentation arbeiten wir mit den Bildungs- und Lerngeschichten, ein stärkenorientiertes Dokumentationsverfahren, das auf der Grundlage der beobachtenden Wahrnehmung basiert, nach Lerndispositionen ausgewertet wird und jedem Kind in einer sogenannten Lerngeschichte sein Wissen, Können und somit seine individuellen Lernstrategien in kindgerechter Sprache spiegelt.

Die Lerngeschichten sind ein wesentlicher Bestandteil des Portfolios, das wir für jedes Kind anlegen. Hier wird neben den kindlichen individuellen Bildungs- und Lernprozessen  auch der Alltag des Kindes in der Kita und besondere Aktionen und Veranstaltungen festgehalten. So entsteht im Verlauf der Kindergartenzeit eine Dokumentation, die die Kinder zum Schuleintritt mitnehmen.

Bildungsangebot

Entwicklungsbezogene Projekte werden mit unseren verschiedenen Altersgruppen und gruppenübergreifend durchgeführt:

  • Freispiel (Drinnen und Draußen)
  • Sprachförderung
  • regelmäßige Waldtage
  • regelmäßige Bibliotheksbesuche
  • Besuch im Zahlenland
  • Märchenmobil
  • Situationsorientierte Projekte
  • verschiedene Präventionsprojekte und Aktionstage


Wir sind bemüht um ein ausgewogenes, alters- und entwicklungsmäßig angepasstes Verhältnis zwischen einem freien, eigenständigem Spiel der Kinder und dem von den Erzieherinnen/Erziehern gelenkten und angeleiteten Angeboten, Aktivitäten und Projekten.

"Wir wollen den Kindern nichts aufdrücken oder überstülpen, was ihren Interessen und Bedürfnissen nicht entspricht, wohl aber, sie an Neues und Unbekanntes heranführen und ihr Interesse wecken."
Qualitätslexikon für Kindergartenprofis/Gerlinde Lill , S. 60, Berlin, 1998

 

Partizipation



Offene Formen der Beteiligung finden sich bei uns an verschiedenen Stellen im Tagesablauf, so z. B. je nach Entwicklungsstand und Alter der Kinder in jedem täglich stattfindenden Morgenkreis. Hier wird auf Gruppenebene besprochen, was aktuell anliegt. Kinder finden die Möglichkeit, häusliche Erlebnisse mitzuteilen oder äußern ihre Spielinteressen.

Darüberhinaus üben sich die Kinder bei festen Beteiligungsprojekten im demokratischen Handeln und Verstehen. Ein Beispiel dafür ist die Mitgestaltung des Speiseplans der Kita. An einem festen Tag der Woche, bestimmen die Kinder, was es zu essen gibt. Das jeweilige Gericht wird durch ein festes Schema abgestimmt. So ist jedes einzelne Kind beteiligt und lernt gleichzeitig das Prinzip der  Mehrheitsbeschlüsse kennen.

Gemeinsam mit den Kindern haben wir Kita-Regeln verfasst, um deren Einhaltung die Kinder sehr interessiert sind und sich gegenseitig erinnern:

  • Wir gehen wertschätzend miteinander um.
  • Wir gehen verantwortungsvoll mit der Natur und unserer Umwelt um.
    (Alle Menschen und Tiere bleiben heil.)
  • Wir gehen sorgsam mit Spielmaterialien um und räumen diese nach dem Spielen wieder auf.
  • Wir besprechen mit den Erzieherinnen/Erziehern, wenn wir woanders hin gehen möchten.
     

Selbst die jungen Kinder ermuntern wir im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Entscheidungen zu treffen. Für die Erzieherin/den Erzieher heißt das über ihre Beziehung zum Kind mit ihm in den Dialog zu gehen, seine Signale zu verstehen und zu respektieren (Beziehungsvolle Pflege).

Partizipation ist für uns auch ein wichtiger Baustein in der Zusammenarbeit mit den Eltern unserer Kita, da sie unsere Arbeit mit den Kindern bereichert.
Elternbeteiligung geht eindeutig über die institutionellen Formen der Elternbeteiligung in den Gremien des KiBiz hinaus. Auf der Basis gegenseitiger Akzeptanz sind wir offen für die Anliegen, Wünsche und Sorgen der Eltern und möchten ihnen unser pädagogisches Handeln transparent machen (siehe auch Eltern - Zusammenarbeit).

Und nicht zuletzt heißt Partizipation auch, als Erwachsene im Team auf eine Art und Weise miteinander umzugehen, die als Vorbild wahrgenommen werden kann.

Über Mitarbeitergespräche, Teambesprechungen und das  IQUE-Qualitätssicherungsverfahren finden ständig Beteiligung und die Möglichkeit des Engagements für alle Mitarbeiter statt.