Pädagogik:
Städt. Kita "Lippekinder"

Pädagogisches Profil

Wir arbeiten in unserer Einrichtung nach dem Situationsorientierten Ansatz. Dieser beinhaltet ein ganzheitliches Lernen in Erfahrungszusammenhängen unter Berücksichtigung der verschiedenen Lebenssituationen und individuellen Bedürfnisse der Kinder.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen das soziale Miteinander und die Förderung der eigenen Persönlichkeit des Kindes. Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung des Kindes ist eine angstfreie Atmosphäre, in der es sich wohl und geborgen fühlt, Sicherheit findet und in der es Vertrauen haben kann. Nur in einer solchen Umgebung kann das Kind emotionale Stärke entwickeln und sich zu einer selbstständigen und selbstbewussten Persönlichkeit entwickeln.
Im Fokus des entdeckenden Lernens steht das Kind mit seinem Interesse und Wissensdrang. Lernen und sich an eigenen Fragen entlang hangeln sind Kompetenzen, die Kinder bereits in die Kindertageseinrichtung mitbringen.

Der Bildungsforscher Gerd E. Schäfer nennt dies „Selbstbildungspotenzial“.
Die Kinder setzen genau dieses Potenzial ein, wenn sie auf Situationen treffen, die sie interessieren und herausfordern, um eigene Lösungen zu finden.
Kinder sind oft von ihren eigenen Fragen, Ideen und Anforderungen gefesselt, sodass sie eigene Lernstrategien und Vorgehensweisen entwickeln, um zu einem Ergebnis zu kommen.
Um eben genau diese Freude am Entdecken und Forschen zu unterstützen, haben wir in der Einrichtung Räume geschaffen, wo dies möglich ist - die Lernwerkstätten. Das Spiel entwickelt sich aus dem Grundbedürfnis jedes Kleinkindes seine Umwelt zu erkunden und allmählich zu begreifen.
Durch unsere Lernwerkstätten sind in unserer Kita viele Möglichkeiten gegeben, Erfahrungen zu machen. Mit wachsenden motorischen Fähigkeiten erforscht das Kind spontan aus eigener innerer Motivation alles Neue. Während das Spiel für den Erwachsenen eher die Funktion hat, sich zu erholen und von der Realität Abstand zu nehmen, ist das Spiel für das Kind die ihm gemäße Weise, sich mit der Umwelt auseinanderzusetzen und sie zu bewältigen

Die Qualität unserer Arbeit sichern wir durch eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung mit regelmäßigen externen Evaluationen sowie Fort- und Weiterbildungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
Im Rahmen der Inklusion bieten wir Plätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf an.

Pädagogische Schwerpunkte

  • Teiloffenes Konzept
  • Situationsorientierter Ansatz
  • Wald- und Umweltpädagogik

Bildungsdokumentation

Um die Entwicklung eines jeden Kindes in einer altersentsprechenden und wertschätzenden Form zu dokumentieren arbeiten wir mit den Bildungs- und Lerngeschichten.
Ursprünglich wurde dieses Verfahren in Neuseeland von Margaret Carr entwickelt und vom Deutschen Jugendinstitut an die deutschen Bildungspläne angepasst. Die Beobachtung des einzelnen Kindes wird dabei als Basiskompetenz der Erzieherin/des Erziehers für die alltägliche pädagogische Praxis verstanden.
Die Erzieher/innen beobachten regelmäßig die Kinder, werten die Beobachtung anhand von verschiedenen Lerndispositionen aus und schreiben dazu für das jeweilige Kind eine Lerngeschichte. Die Lerngeschichte beschreibt die Kompetenzen des Kindes, gibt Hinweise auf die individuellen Lernfortschritte und benennt weitere Schritte zur Unterstützung der Lernprozesse des Kindes.

Die Beobachtung und Dokumentation sind in den pädagogischen Alltag integriert. Durch die Beobachtungen erhält die Erzieherin/der Erzieher umfangreiche Informationen über das Spielverhalten, die Interessen, Vorlieben und Spielpartner aber auch über die Ängste, Konflikte und Verhaltensweisen der Kinder.
Von besonderer Bedeutung ist es, dass die Kinder an jeder Phase der Dokumentation und Entstehung ihrer Lerngeschichte beteiligt werden. Dieses geschieht z. B. indem sie die einzelnen Beobachtungssequenzen durch eigene Worte oder Bilder ergänzen. Die Erzieherin/der Erzieher gibt dem Kind eine Rückmeldung zu seinen Lernprozessen und beteiligt das Kind an der Entwicklung weiterer Schritte. Die fertige Lerngeschichte kommt in den persönlichen Ordner, den wir Portfolio nennen. Das Portfolio ist Eigentum des Kindes, hat einen festen Platz in der Gruppe und ist für das Kind jederzeit erreichbar.
Die Lerngeschichten bestärken das Kind in seinen Bildungsprozessen. So können Lernfortschritte festgestellt und eine gezielte Förderung der Kinder geplant werden.
Die Lerngeschichte des Kindes kann in unterschiedlicher Form dokumentiert werden. Für die älteren Kinder meist in Form einer Geschichte unterstützt durch Fotos der jeweiligen Situation und für die jüngeren Kinder anhand von Bildern/Fotogeschichten mit wenig Text. Somit können Kinder jeder Altersgruppe einen Bezug zu ihren ganz persönlichen Lernerfolgen herstellen.

Die Beobachtung, die Dokumentation und das Gespräch mit dem Kind sind eine besondere Form der Zuwendung und Aufmerksamkeit, die die Kinder sehr genießen.
Die Eltern in unserer Kita sind jederzeit dazu eingeladen, das Portfolio des Kindes gemeinsam mit dem Kind anzuschauen.

Bildungsangebot

Die Kinder können in unserer großzügigen Einrichtung viele individuell gestaltete Werkstattbereiche nutzen:

  • Töpferwerkstatt
  • Malatelier
  • Snoezelraum
  • Mandalaecke
  • Forscherwerkstatt
  • Wasserwerkstatt
  • und noch viele andere Bereiche

Das Café Krümel lädt die Kinder zum gruppenübergreifenden Frühstück ein.
Für freies Turnen und Turn-Angebote der verschiedenen Gruppen steht den Kindern eine geräumige Turnhalle zur Verfügung.
4 Schlafräume geben den jüngeren Tageskindern eine Möglichkeit sich auszuruhen.

Es finden darüber hinaus verschiedene Projekte für unsere unterschiedlichen Altersgruppen der Kinder statt:

  • Waldtag
  • naturwissenschaftliche Experimente  - Haus der kleinen Forscher


Zwei gemeinsame Präventionsprojekte des Verbundes "Familienzentrum NRW Schloß Neuhaus" sind:

  • Jolinchen Kids mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Bewegung
  • "Ich geh zur U! Und Du?" zur Unterstützung der Vorsorgeuntersuchungen von Kindern


Das Bielefelder Screening (BISC) mit dem Förderprogramm Hören, Lauschen, Lernen (HLL) und Sprachförderung sind ein fester Bestandteil in allen städtischen Kindertageseinrichtungen.


Sind Sie neugierig auf unsere Arbeit geworden und benötigen mehr Informationen?
Wir freuen uns, wenn Sie uns besuchen und sich ein eigenes Bild machen!

Partizipation

Partizipation im Kindergarten meint, dass eine Teilhabe der Kinder an verschiedenen Entscheidungen im Kindergartenalltag stattfindet. Ein wichtiges Erziehungsziel dabei ist, die Kinder zu unterstützen, ihre eigenen Ideen, Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu äußern.

Die Kinder lernen ihre Meinung zu vertreten und in der Diskussion miteinander auch andere Meinungen und Standpunkte zu hören und zu akzeptieren. Kinder machen häufig die Erfahrung, dass für sie gedacht, geplant und entschieden wird. Wir achten und schätzen die Kinder als eigenständige und gleichwertige Persönlichkeiten, die das selbstverständliche Recht haben, bei allen Dingen, die sie betreffen, mitzureden und mitzugestalten. Deshalb geben wir den Kindern unabhängig vom Alter vielfältige Möglichkeiten, ihre Interessen, Wünsche und Gefühle zu erkennen, auszudrücken und mit ihnen umzugehen. So unterstützen wir die Kinder dabei, ihren Alltag mitzubestimmen und mitzugestalten. Durch aktive Beteiligung befähigen wir die Kinder, sich mit anderen Kindern zu verständigen und ihre Ideen alleine oder gemeinsam mit anderen zu verwirklichen. Wir freuen uns über Kinder, die uns ihre Meinung sagen, die Initiative und Verantwortung übernehmen, die ihre Rechte und Beachtung einfordern.

Die Kinder lernen ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse kennen und verbalisieren sie in den Kinderkonferenzen. Sie stellen Fragen und üben das Zuhören, Ausreden lassen und lernen andere Meinungen und Standpunkte zu akzeptieren. Sie setzen sich aktiv mit ihrem eigenen Lebensbereich auseinander und gestalten ihn mit. Die Kinder erfahren alltägliche Zusammenhänge, setzen sich mit unterschiedlichen Standpunkten auseinander, verstehen und akzeptieren sie. Sie treffen Entscheidungen und achten sie und handeln Konflikte aus. Die Kinder werden selbstständiger, selbstbewusster und  identifizieren sich mit der Einrichtung.

Anhand von einigen Beispielen verdeutlichen wir Partizipation in unserer Arbeit:

  • Wahl der Gruppensprecher
  • Durchführung von Schulanfängerkonferenzen
  • Erstellung eines Speiseplanes
  • Geburtstagsfeiergestaltung (Geburtstagsgäste, Spiele und Lieder aussuchen)
  • Anschaffung von größeren Spielgeräten
  • Gestaltung des Gruppenraumes bzw. Spielraumplanung
  • Kinderkonferenzen
    Konflikte lösen
    Gefühle äußern
    Regeln besprechen
  • Zeit haben für das Anliegen und die Belange der Kinder
  • Zeit haben für einen regelmäßigen Austausch um die Interessen der Kinder wahr zu nehmen