Pädagogik:
Städt. Kita "Nesthausen"

Pädagogisches Profil

Wir sehen uns weniger als Erzieherinnen/Erzieher, sondern vielmehr als Begleiterinnen/Begleiter und Partnerinnen/Partner der Kinder, deren natürliche Neugierde und Lernmotivation es in einem "Garten" für Kinder mit Perspektive, Fröhlichkeit, Licht und Klarheit ganzheitlich zu unterstützen gilt. Dabei haben wir ganz bewusst die Bezeichnung Kindergarten gewählt.

Überzeugt haben uns unterschiedliche pädagogische Ansätze.

  • Situationsorientierter Ansatz
  • Reggio-Pädagogik
  • Montessori-Pädagogik
  • Waldorf-Pädagogik

Diese haben dazu geführt, dass wir zu unserem eigenen Profil finden konnten.

Seit 1998 ist das Projekt “Spielzeugfreier Kindergarten“, ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit.

Während der spielzeugfreien Zeit, welche insgesamt etwa drei Monate dauert, geht es darum, ohne vorgefertigte Spielsachen auszukommen. Dadurch wird die Aufmerksamkeit des Einzelnen verstärkt auf sich selbst, die Mitmenschen, den eigenen Körper und die Natur gerichtet. So wird ein völlig neuer Spiel- und Erfahrungsraum geschaffen, in dem Kinder ihre eigenen Fähigkeiten, Grenzen und Möglichkeiten besser kennenlernen sowie ganz neue Seiten an sich selber entdecken können.

Darüber hinaus entsteht mehr Raum für Kreativität, kreative Menschen wiederum können besser mit Stress, Problemen und Konflikten umgehen, weil ihnen ein breiteres Spektrum an Handlungsmöglichkeiten zur Problemlösung zur Verfügung steht.

„Spielzeugfrei“ in drei Phasen

Das Konzept „Spielzeugfreier Kindergarten“ läuft in drei Phasen gegliedert ab. Während der 1. Phase, die ca. zwei Wochen lang andauert, wird das Spielzeug schrittweise gemeinsam mit den Kindern reduziert. Weiterhin zur freien Verfügung stehen lediglich Polster, Decken, Möbel, Klebeband. Damit wird automatisch mehr Raum für Bewegung, Kreativität und Einfallsreichtum geschaffen.

Für die Dauer der 2. Phase wird sechs Wochen lang nicht nur bewusst auf vorgefertigtes Spielzeug verzichtet, sondern auch auf einen durchstrukturierten Tagesablauf. Die Kinder sollen selbst bestimmen dürfen, womit und mit wem sie spielen möchten und lernen so neue Spielsituationen und auch neue Seiten an sich selber kennen.

Die 3. Phase beinhaltet den ca. zwei Wochen dauernden, schrittweisen Spielzeugaufbau, der gemeinsam mit den Kindern vonstatten geht. Wieder eingeräumt werden nach Ablauf der Aktion deutlich weniger Spielsachen als zuvor im Gebrauch waren. Die spielzeugfreie Zeit wirkt sich auch im Anschluss positiv und nachhaltig auf das Spielverhalten der Kinder aus.

Soziales Lernen

Bedingt durch das „Zuviel“, welches uns alle, folglich auch unsere Kinder tagtäglich umgibt, wird oft der Blick für das Wesentliche verstellt. Durch das  Projekt „Spielzeugfreier Kindergarten“ schaffen wir nicht nur mehr Raum für Kreativität, es werden auch viele, lebenswichtige Fähigkeiten in den Vordergrund gerückt. Auf andere zugehen, Absprachen treffen und einhalten, Zeit und Raum für sich selber haben, Rücksicht auf andere nehmen: all das sind Kompetenzen, die das Fundament für eine starke Persönlichkeit mitbegründen und die Fähigkeit, konstruktiv mit Frustration umzugehen, verbessern.

Pädagogische Schwerpunkte

  • Teiloffenes Konzept
  • Situationsorientierter Ansatz
  • Wald- und Umweltpädagogik

Bildungsdokumentation

Die Dokumentation unserer Arbeit ist für uns besonders wichtig.
Sie findet statt in Form von

  • dem Beobachtungsverfahren der Bildungs- und Lerngeschichten,
  • eigenen Videos,
  • Reflexionen an den Elternpinnwänden,
  • regelmäßigen Projektdokumentationen zum Thema "Spielzeugfrei" (Eltern und Kita-Team dokumentieren gleichzeitig),
  • Fotowänden (regelmäßig während des ganzen Jahres).

Bildungsangebot

Unsere besonderen Schwerpunkte finden sich in:

  • Matschen, Toben, Bauen und Klettern in einem außergewöhnlichen Naturspielraum (Biotop, Wasserbahnen, Baumhäuser, Indianerschleichpfad etc.
  • eine jährliche dreimonatige spielzeugfreie Zeit
  • regelmäßige Waldexkursionen
  • situationsorientierte Projekte
  • Wassergewöhnung
  • Sprachförderung
  • Haus der kleinen Forscher

Partizipation

Wir stellen immer wieder fest, dass Kinder schon früh in der Lage sind und zugleich das Recht haben, die sie betreffenden Angelegenheiten des Lebens mitzuentscheiden. Mahlzeiten, Veranstaltungen mit Eltern, Feste aber auch die Regeln des Zusammenlebens, die Räume und Programme im Kindergarten. All dies ist für Kinder bedeutsam und deshalb Anlass, mitzuentscheiden, am Planen und Handeln maßgeblich beteiligt zu sein und so selbständig Erfahrungen mit demokratischen Grundregeln machen zu können. Die Erfahrung zeigt, dass ein solches Miteinander vielfältige Chancen birgt sich neu zu erleben, reiche Erfahrungen miteinander zu machen, voneinander zu lernen und Spaß miteinander zu haben.

Deshalb entscheiden Kinder bei uns selbstverständlich mit!