Pädagogik:
Städt. Kita "Römerstraße"

Pädagogisches Profil

Unser pädagogisches Konzept richtet sich im Wesentlichen an den Grundideen der Psychomotorik aus. So spielen Bewegungserziehung und die Vermittlung von Bewegungsfreude eine große Rolle. Dass Bewegung im Kindesalter einen positiven Einfluss auf die kindliche Entwicklung hat, belegen hinreichend wissenschaftliche Studien, die sich an den Beispielen der Bewegungs-, Sport- und Waldkindergärten orientieren. Bewegung und Tätigkeit sind der Motor der kindlichen Entwicklung.

Ausreichende und vor allem in den Alltag integrierte vielfältige Bewegungsmöglichkeiten sind wesentliche Voraussetzungen für körperliches und seelisches Wohlbefinden und Gesundheit. Sie sind lebensbedeutsam für die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.
So haben wir uns im Laufe einer dreijährigen Projektphase in den Jahren 2004 - 2007 von einer bewegungsfreundlich ausgerichteten Kita zu einem vom Landessportbund anerkannten und zertifizierten Bewegungskindergarten mit dem Zusatz "Pluspunkt Ernährung" entwickelt.
Wir verfügen über eine Kochfrau, die das Mittagessen täglich frisch zubereitet.
Fertigprodukte und Zusatzstoffe werden vermieden. Sie gestaltet den Speiseplan nach den Vorgaben einer optimierten Mischkost und den DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kitas.

Deutlich erkennbar ist unser pädagogischer Schwerpunkt an unserem Raumkonzept. Unsere Gruppenräume sind großzügig angelegt und sparsam möbliert. So schaffen wir Platz für viel Bewegung im Alltag. Eingangsbereich, Flure und Nebenräume werden miteinbezogen und immer wieder nach den Interessen und Bedürfnissen der Kinder umgestaltet, auch mit einfachen Alltags- und Gebrauchsmaterialien.

Unsere Kita verfügt über einen mit Bewegungsmaterialien gut ausgestatteten Mehrzweckraum. Das Außengelände bietet sehr viel Platz. In der Regel wird es täglich von den Kindern nach Absprache allein genutzt und verfügt über attraktive Spielgeräte auch für die Jüngsten.

Unsere Fachkräfte verfügen über unterschiedliche Qualifizierungen im Bereich der Bewegungserziehung im Kleinkindalter und werden laufend nachhaltig fortgebildet. So können wir unser Fachwissen bezüglich Bewegung und Ernährung spielerisch und kindgerecht in den Alltag einbauen.
Beispiele aus der Praxis sind die "Römerolympiade" gemeinsam mit den Eltern, Felix Fit mit Sponsorenlauf, Osterlaufteilnahme, Tanzprojekte und Waldtage.
Wir sind im regen Austausch mit ganz unterschiedlichen Kooperationspartnern. Insbesondere mit der TuRa Elsen existiert eine gelungene Zusammenarbeit, die in der Praxis durch eine anerkannte Übungsleiterin mit einer zusätzlichen Turnstunde umgesetzt wird.

Als ganz besonderes Angebot besteht für die zukünftigen Schulanfänger im letzten Jahr die Möglichkeit, das Seepferdchenschwimmabzeichen zu erwerben.

Pädagogische Schwerpunkte

  • Teiloffenes Konzept
  • Bewegung
  • Situationsorientierter Ansatz

Bildungsdokumentation

Die kindliche Entwicklung dokumentieren wir im Wesentlichen mit dem Verfahren der Bildungs- und Lerngeschichten.

In Form kurzer Brieferzählungen, die sehr persönlich und ansprechend an das Kind gerichtet sind, und anhand von Fotos werden seine Lernerfolge und Entwicklungsschritte festgehalten und verdeutlicht.
Es geht hier nicht vorrangig darum, was das Kind gelernt hat, sondern vor allem wie es dies getan hat. Der Fokus liegt für uns auf dem eigentlichen Lernprozess.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen die von Margaret Carr entwickelten 5 Lerndispositionen:

  • interessiert sein
  • engagiert sein
  • standhalten bei Herausforderungen und Schwierigkeiten
  • sich ausdrücken und mitteilen
  • an einer Lerngemeinschaft mitwirken und Verantwortung übernehmen


Die Erzieherin/Der Erzieher beobachtet das Kind in einer Alltagssituation und hält schriftlich ohne Bewertung die Aktivitäten des Kindes fest.
Anhand der Lerndispositionen werden anschließend die Beobachtungen ausgewertet. Die Erzieherin/Der Erzieher erkennt, um welches Lernen es sich handelt, welche Lernstrategien das Kind anwendet und welche Fähigkeiten und welches Wissen es in der beobachteten Situation gezeigt hat. Im anschließenden kollegialen Austausch werden gemeinsam nächste Schritte für das Kind erarbeitet und festgelegt. Wie kann es in seinem Lernen weiterkommen und was können wir als Beitrag und Impuls leisten?
Liegen eine oder mehrere Beobachtungssequenzen vor, wird für das Kind eine Lerngeschichte geschrieben, die ihm dann vorgelesen wird. Hier treten Erzieher/in und Kind in einen engen Dialog.
Ebenso wird die Geschichte den Eltern vorgestellt. Sie bildet eine gute Grundlage, um mit ihnen in den Austausch über die Entwicklung des Kindes zu treten.

Die Bildungs- und Lerngeschichte wird mit weiteren kindlichen Zeichnungen, Fotos von Spiel- und Alltagssituationen, Protokollen von besonderen Ereignissen usw. im Portfolio des Kindes verwahrt, welches nur ihm allein gehört.
Auch Eltern sind herzlich eingeladen Seiten zu gestalten oder selbst eine Geschichte zu schreiben.
Auf diese Weise erfährt das Kind durch die Geschichte eine große Wertschätzung und Akzeptanz seines Tuns. Es fühlt sich ernst genommen und bestärkt. Der Impuls geht also nicht von uns Erzieherinnen/Erziehern aus, sondern er kommt vom Kind.

Ergänzend zu diesem Beobachtungsverfahren und zur zusätzlichen Absicherung wenden wir die Grenzsteine der Entwicklung an.
Mit den Grenzsteinen werden 6 Entwicklungsbereiche des Kindes im Alltagsgeschehen zu bestimmten Stichtagen beobachtet und in einem Raster erfasst.
Ziel ist es, Risiken und Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Der Erfassungsbogen wird bei uns zeitnah zum Geburtstag ausgefüllt. Die anschließende Auswertung besprechen wir mit den Eltern.

Seit einigen Jahren sind wir in das Konzept der integrierten Qualitäts- und Personalentwicklung eingebunden (IQUE-Prozess). IQUE setzt sich intensiv mit dem kindlichen Bildungsverständnis auseinander. Grundlage bilden 12 Leitsätze mit entsprechenden Indikatoren, die dazu dienen, uns fachlich mit unserer Arbeit auseinanderzusetzen. Wir legen Qualitätsvereinbarungen fest und überprüfen diese stetig.
So sichern wir eine gute Bildungsqualität in unserer Kita ab.

Bildungsangebot

Unsere Bildungsarbeit richtet sich im Wesentlichen an den Grundsätzen der Bildungsförderung in Kindertageseinrichtungen des Landes NRW aus.

Sie gliedert sich in verschiedene Bereiche und geht, so wie es auch in unserer Konzeption festgeschrieben ist, von einem Kind aus, welches lebendig und unternehmenslustig das Bedürfnis hat, seine Welt zu erforschen, Wissen zu erwerben und seine schöpferischen Potentiale zu entfalten. Das Kind ist aktiver Gestalter seiner Entwicklung. Bildungsprozesse sind immer ganzheitlich angelegt.

Die Bildungsvereinbarung sieht 10 Bereiche vor:

  • Bewegung
  • Körper, Gesundheit und Ernährung
  • Sprache und Kommunikation
  • soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung
  • musisch-ästhetische Bildung
  • Religion und Ethik
  • mathematische Bildung
  • naturwissenschaftlich-technische Bildung
  • ökologische Bildung
  • Medien


Im Alltag sind diese nicht deutlich voneinander abgegrenzt, sondern es gibt vielfältige Überschneidungen. Ziel ist es, dem Kind ausreichend Möglichkeit zu geben, umfassende und grundlegende Bildungs - und Erfahrungsprozesse zu erleben.

Da unsere Kita ein zertifizierter Bewegungskindergarten ist, steht neben der Bewegungserziehung der Bildungsbereich Körper, Gesundheit und Ernährung ebenfalls im Mittelpunkt. Ein großer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Element Wasser mit all seinen Erfahrungsmöglichkeiten.

Als einzige Kita in Trägerschaft der Stadt Paderborn haben die Kinder die Möglichkeit, in einem methodisch aufgebauten Schwimmkurs das "Seepferdchenschwimmabzeichen" zu erlangen. Dies fördert nicht nur die körperliche Fitness und Kondition, sondern ist gleichzeitig auch Sprachförderung, unterstützt das Selbstvertrauen, die Selbständigkeit und die Gruppenfähigkeit (soziales Miteinander).

In unserer Kita gibt es mittlerweile etliche Familien aus unterschiedlichen Kulturkreisen.
Wir begegnen den Kindern in ihrer Muttersprache wertschätzend gegenüber und bieten ihnen die Möglichkeit, in ihrem Tempo und in den Alltag integriert die deutsche Sprache zu erlernen. Im Laufe des Jahres gestalten wir gemeinsam mit allen Familien Feste und Aktionen, um die unterschiedlichen Bräuche und Rituale aus den Lebenswelten der Kindern kennenzulernen.
 

Partizipation

Wenn bei uns von Partizipation die Rede ist, dann sind damit die Möglichkeiten der Mitbestimmung der Kinder im Kindergartenalltag gemeint.
Nach ersten Erfahrungen in ihren Familien erleben sie bei uns in der Kita, wie eine Gemeinschaft zwischen Kindern und Erwachsenen geregelt ist, wie Entscheidungsprozesse ablaufen und dass sie grundsätzlich Einfluss darauf ausüben können.

Sie erfahren, dass ihre Stimme und Meinung gehört wird und sie dadurch die Gestaltung ihres unmittelbaren Alltags in der Einrichtung mitbestimmen können.

Partizipation ist in unserer Einrichtung sowohl Bildungs- als auch Erziehungsziel und stellt zur Zeit eine Herausforderung für Kinder und Erzieher/innen dar. Viele Kinder sind noch nicht in der Lage, ihre Wünsche und Interessen konkret zu äußern. Dabei helfen uns Zeichen, Fotos und Symbole, die den Kindern vertraut sind.

Die demokratische Teilhabe erfährt bei uns praktische Umsetzung in folgenden Bereichen:

  • Gruppenbesprechungen
  • Erzähl- und Morgenkreisbesprechungen
  • unterschiedliche Diskussionsrunden als Möglichkeit der Einflussnahme auf Lösungen
  • Rolle der Moderation übernehmen
  • Raumgestaltung