Pädagogik:
Städt. Kita "Sande"

Pädagogisches Profil

Im Mittelpunkt steht das Spielen der Kinder und ihre individuelle Förderung und Begleitung.
Im täglichen Miteinander erfahren die Kinder eine Förderung der

  • Ich-Kompetenz
  • Sach-Kompetenz
  • Sozial-Kompetenz


Die Ich-Kompetenz wird durch Selbst-Erfahrungen geschult.
In der Kita können die Kinder im Spielraum, Traumraum und in unserer Gymnastikhalle durch verschiedene Angebote zu den Bereichen Sinnes- und Bewegungsschulung sich und ihren Körper erfahren. Weitere Möglichkeiten der Körpererfahrungen bietet natürlich auch unser 2013 neu gestaltetes Außengelände.
Freitags findet unser Wind- und Wettertag statt. Auf gemeinsamen Ausflügen durch unseren Ort erkunden wir die Umgebung, lernen unterschiedliche Ecken, Spielplätze und Wege kennen.

Zur Förderung der Sach-Kompetenz ist es wichtig, den Kindern Gelegenheiten zur Materialerfahrung zu geben.
In unterschiedlichen Spielbereichen finden die Kinder Materialien, die zum Fühlen und Ausprobieren einladen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten werden durch genaues Betrachten und Experimentieren erkannt und benannt.
An dieser Stelle ist es uns wichtig, unseren Forschertag zu nennen. Einmal in der Woche forschen die Kinder zu einem Schwerpunktthema. Unser Experiment der Woche können die Eltern immer an der Infowand im Flur nachlesen und gerne zu Hause wiederholen. Wir beteiligen uns am Projekt „Haus der kleine Forscher" und nehmen regelmäßig an den dazugehörigen Forschertagen teil.

Sozial-Kompetenz lässt sich nur durch zahlreiche soziale Erfahrungen lernen. Der Kindergarten ist die erste Gemeinschaftseinrichtung, die ein Kind besucht. Hier können Freundschaften geschlossen, aber auch der Umgang mit Konflikten geübt werden. Durchsetzungsvermögen und Rücksichtnahme sowie das Aushandeln und Einhalten von Regeln sind Erfahrungen, die die Kinder in ihrer Sozial-Kompetenz stärken. Im Familienzentrum Sande bilden 4 Regeln das Grundgerüst für das Zusammenleben.

  1. Wir vertragen uns wieder!
  2. Alle bleiben heile! Alles bleibt heile!
  3. Nach dem Spielen räumen wir auf!
  4. Ich muss warten, wenn andere reden!


Es erklärt sich von selbst, dass diese Regeln für kleine und große Menschen in unserer Kindertageseinrichtung gleichermaßen Gültigkeit haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass im Familienzentrum Sande im Umgang mit Kindern, Eltern und Erzieherinnen/Erziehern ein Bild von Gleichberechtigung, Partnerschaftlichkeit und Demokratie angestrebt wird.
Jedes Kind kommt mit besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten in die Einrichtung und benötigt individuell viel Anregung und Unterstützung bei der Entwicklung seiner Persönlichkeit. Bei der Förderung der Kinder werden Absprachen zwischen Eltern und Erzieherinnen/Erziehern zum Wohle der Kinder getroffen. Bei allen Angeboten für die Kinder stehen die Freude und das Erleben im Mittelpunkt. Die Aktivitäten sind somit so ausgerichtet, dass sie die Kinder zwar fordern, aber nicht überfordern. Jedes Kind ist wissbegierig, interessiert und im positiven Sinne neugierig.
Die Aufgabe der Erzieherinnen/Erzieher besteht darin, den Kindern Möglichkeiten und Freiräume zu bieten, in denen sie sich ausprobieren und neue Erfahrungen sammeln können.
Um die Herausforderungen des Tages zu meistern, treffen die Kinder in der Kindertagesstätte auf engagierte und verlässliche Erwachsene, deren Ziel es ist, jedes Kind gemeinsam mit den Eltern seinen Fähigkeiten entsprechend zu fördern und zu fordern.

Voraussetzung für das Leben in der Einrichtung ist die individuelle Annahme jedes Kindes mit all seinen Stärken, Fähigkeiten aber auch mit seinen Schwierigkeiten.
Die Stärken jedes Kindes zu sehen, zu fördern und in den Vordergrund zu stellen, ist das besondere Anliegen aller Erzieherinnen/Erzieher. Durch die Beobachtung der Kinder und durch Gespräche wird deutlich, welche Impulse und Angebote die Kinder zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit benötigen.

Pädagogische Schwerpunkte

  • Teiloffenes Konzept
  • Bewegung
  • Situationsorientierter Ansatz

Bildungsdokumentation

In unserem Kindergarten begleiten und unterstützen wir die Entwicklung der Kinder mit dem Verfahren der Bildungs- und Lerngeschichten (BLG). Dieses Verfahren stammt aus Neuseeland und beruht maßgeblich auf den Erfahrungen und Erkenntnissen der Pädagogin Margaret Carr. Dieses Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren rückt die Fähigkeiten und Interessen jedes Kindes in den Mittelpunkt unserer Wahrnehmung und soll zu einer ressourcenorientierten Begleitung und Förderung führen. Im Rahmen der Bildungs- und Lerngeschichten wird die individuelle Entwicklung jedes einzelnen Kindes in den Blick genommen.

Was heißt das konkret für Sie und Ihr Kind?

Im Mittelpunkt steht die Wahrnehmung der Fähigkeiten und Stärken Ihres Kindes. Durch die Beobachtung erfahren wir, welche Interessen ihr Kind hat, woran es besondere Freude hat und welche Lernstrategien es gebraucht, um seine Ziele zu erreichen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in für alle Erzieherinnen/Erzieher verbindlichen Beobachtungsbögen dokumentiert.

Für die tägliche Arbeit mit den Kindern bedeutet die Beobachtung:

  • die Möglichkeit individuell auf die Kinder in der Gruppe eingehen zu können,
  • Veränderungen und Entwicklungen in den Persönlichkeiten der Kinder festzustellen,
  • Angebote und Anregungen der jeweils aktuellen Interessen- und Bedürfnislagen der Kinder anpassen zu können.


Durch die Erkenntnisse der Beobachtungen finden die Bedürfnisse der Kinder im Bezug auf Spielzeug und Materialauswahl, Raumgestaltung und Regelwerk der Einrichtung mehr Berücksichtigung.

Wenn wir Ihr Kind beobachten, erfahren wir

  • wie interessiert und engagiert es sich in Spielsituationen verhält,
  • wie es ihm gelingt, Herausforderungen und schwierige Situationen zu meistern,
  • wie es sich ausdrückt, mitteilt und sich mit anderen Kindern austauscht,
  • wie es Kontakt zu anderen Kindern aufnimmt und somit aktiv an einer Lerngemeinschaft mitwirkt.


Unsere Beobachtungen und die daraus resultierende Dokumentation spiegeln unsere Wertschätzung gegenüber dem Kind wider. Sie ist Grundlage für einen Dialog mit dem Kind und den Eltern. Wenn wir mehrere Spielsequenzen eines Kindes beobachtet und dokumentiert haben, werden die Sequenzen an Hand der oben aufgeführten Kriterien ausgewertet. Hieraus entsteht dann eine Lerngeschichte, die wir für Ihr Kind in eine Dokumentationsmappe heften. Diese Mappen heißen Portfolio und die Inhalte gehören Ihrem Kind und Ihnen und können jederzeit eingesehen werden. Jedes Kind nimmt am Ende der Kindergartenzeit sein Portfolio mit nach Hause. Wir bitten natürlich im Sinne des Datenschutzes darum, nur das Portfolio des eigenen Kindes anzusehen. Hierin befinden sich mehrere Bildungs- und Lerngeschichten, die gesammelten Werke und einige Fotos, die die Entwicklung ihres Kindes während seiner Zeit in unserem Familienzentrum dokumentieren. Mit unserem Lerngeschichten-Stempel erfahren Sie, wenn Ihr Kind eine neue Lerngeschichte erhalten hat. Aber wahrscheinlich hat Ihr Kind es Ihnen schon lange vorher erzählt.

Bildungs- und Lerngeschichten sind unsere Briefe an die Kinder, die wertschätzend, ressourcenorientiert und absolut positiv formuliert sind und somit zu einer starken Motivation der Kinder führen. Diese positiven Rückmeldungen an Ihr Kind tragen somit maßgeblich zur Bildung eines positiven Selbstbildes bei. Aber auch Sie als Eltern dürfen ihrem Kind gerne einen Brief schreiben, indem sie formulieren:

  • Was gelingt dir richtig gut?
  • Worüber habe ich mich besonders gefreut?
  • Was hast du schon gelernt?


Die Bildungs- und Lerngeschichten bieten für uns eine gute Möglichkeit mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und im Sinne einer Erziehungs- und Bildungspartnerschaft gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind nächste Schritte für die Entwicklungsunterstützung zu planen. Am Ende der Kindergartenzeit bekommt jedes Kind sein eigenes Porfolio und kann dieses mit in den Unterricht in die erste Klasse der Grundschule Sande bringen. Hier kann jeder dann seine Lieblingsgeschichte vorstellen.

Bildungsangebot

In unseren drei Gruppen finden die Kinder Spiel- und Erfahrungsräume für entdeckendes Spiel, abgestimmt auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersgruppen. Als Grundlage der Bildungsangebote dienen hier die Bildungsgrundsätze des Landes NRW und eine beobachtende Wagrnehmung der Kinder. Im freien Spiel erfahren die Kinder eine spielerische Förderung in den Bildungsbereichen, entsprechend ihrer persönlichen Fähigkeiten. Die Nebenräume der Gruppen sind entsprechend einiger Bildungsbereiche eingerichtet und bieten Möglichkeit zum selbstbestimmten, aber auch zum angeleiteten Spielen und Arbeiten in Kleingruppen. Als Schwerpunkte unserer BIldungsarbeit möchten wir die Bewegungserziehung und Sprachförderung hervorheben.
 

 

Partizipation

Partizipation lebt davon, dass ein anderer mir nicht gleichgültig ist, sondern gleich berechtigt, gleichwertig. Diese Erfahrungen über den Wert des Menschen, den Wert der eigenen und der anderen Personen machen Kinder schon von Anfang an. Kinder lernen ein Stück Verantwortung übernehmen zu können. Im Kindergarten geht es um die Entwicklung von Identität und Handlungskompetenzen, um die Fragen: Wer bin ich und was kann ich?

Partizipation macht selbstbewusst und unabhängig. Kinder, die Mitspracherecht erfahren haben, warten nicht, bis andere für sie entschieden haben, sondern mischen sich sofort ein. Kinder in ihrem Wunsch nach Selbstständigkeit und Verantwortungsübernahme zu unterstützen, ist sehr wichtig. Beteiligung lässt Kinder Mitbestimmung und Mitverantwortung lernen, ohne die Erwachsenen aus der Pflicht zu nehmen. Sie erhalten über die Beteiligung die Chance, sich in einer fremdbestimmten Umwelt einen eigenen Lebensbereich zu schaffen, für den sie ein Stück Verantwortung übernehmen können. Sie erfahren weiterhin, dass man ihnen etwas zutraut und dass sie ernst und wichtig genommen werden. Je mehr wir Kindern Beteiligungsrechte zugestehen und sie dann unterstützen, sie wahrzunehmen, desto eher sind sie vermutlich später bereit, sich auch für andere einzusetzen.

Beteiligung und sich zuständig fühlen macht Sinn, weil Kinder als „Experten in eigener Sache“ ernst genommen werden. Kinder wissen selbst am besten, was sie wollen! Kinder brauchen ohne Zweifel verlässliche Erwachsene, mit denen man sich gemeinsam auf den Weg machen, ausprobieren und entdecken kann. Sie brauche aber keine Erwachsenen, die permanent die Richtung vorgeben und Entscheidungen für die Kinder treffen. Wenn wir den Kindern etwas zutrauen, trauen sie sich auch selber etwas zu und werden verantwortungsbewusste und selbstständige Persönlichkeiten, die sicherlich hier und da auf die Hilfe der „Großen“ angewiesen sind. Aber noch mehr als unsere Hilfe benötigen die Kinder für ihre Entwicklung Anerkennung, Wertschätzung und das Gefühl ein gleichberechtigter Partner zu sein, der seine Interessen und Bedürfnisse zeigen kann und auch mal Fehler machen darf. Das alles setzt voraus, dass wir den Kindern zuhören, sie gut beobachten und sie bei der Suche nach Lösungen und Möglichkeiten unterstützen.

Kinder gestalten ihren Alltag, indem sie

  • ihre Spielbereiche und Spielpartner frei wählen,
  • ihren Stuhlkreis mitgestalten,
  • ihre Frühstückszeit selber bestimmen,
  • ihr Material, mit dem sie sich beschäftigen möchten, frei wählen,
  • die Dauer ihres Spiels weitgehend selbst bestimmen,
  • ihr Projekt wählen (Kinder wählen aus vorgegebenen Vorschlägen aus),
  • sich an der Raum- und Fenstergestaltung beteiligen,
  • die Spielmaterialien und die Räumlichkeiten zweckentfremden
  • in Gesprächen äußern, was ihnen gefällt und was sie stört,
  • gemeinsam in der Gruppe nach Lösungsmöglichkeiten für Probleme suchen,
  • gemeinsam Regeln erarbeiten, die für das Zusammenleben in der Tageseinrichtung von großer Bedeutung sind.