Pädagogik:
Städt. Kita "Spielwiese"

Pädagogisches Profil

"Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war."
                                                                                       John Locke, englischer Philosoph

In der Kindertageseinrichtung bieten wir den Kindern viel Raum zum Spielen, Bewegen, Entdecken, Forschen, Ausprobieren und Beobachten. Wir arbeiten nach dem offenen Konzept. Die Gruppenräume sind für unterschiedliche Bedürfnisse der Kinder eingerichtet. Hierbei haben die Kinder ein großes Mitspracherecht.
Jedes Kind hat selbstverständlich eine Gruppe zu der es gehört, um von dort die Einrichtung zu erobern.

Wir arbeiten mit Funktionsräumen und Lernwerkstätten,

  • um dem Bewegungsdrang des Kindes zu entsprechen,
  • um Neugierde zu wecken,
  • um Selbstvertrauen zu stärken,
  • um aktives Spielen zu fördern,
  • um Raum für vielfältige Bewegung zu haben,
  • um dem Bedürfnis der eigenen Gruppenzugehörigkeit Raum zu geben,
  • um die Erfahrungswelt der Kinder zu bereichern.


Kinder lernen durch ihr Spiel und erleben ihre Umwelt mit all ihren Sinnen. Auf diese elementaren Sinneseindrücke bauen sich Erkenntnisse, Wissen und weitere Erfahrungen im Lernen auf. Das bewegte Spielen in den Räumen sowie auf dem Außengelände und im Wald mit all seinen Bewegungsmöglichkeiten ist eine wesentliche Möglichkeit die Sinne zu schärfen. Die Kinder erfahren schräge Ebenen, lernen Begriffe wie weich, rieseln, viel, wenig, oben, unten, schräg, wellig, rau und glatt zuzuordnen und zu begreifen. Dies gibt dem Kind Sicherheit und es kann voll Vertrauen seine Umwelt erkunden und sich damit vertraut machen.

Im Rahmen der Inklusion bieten wir Plätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf an.
In unserer Einrichtung arbeiten wir schon seit vielen Jahren mit dem offenen Raumkonzept. Die Räume sind für vielfältige Bedürfnisse eingerichtet und bieten so genügend Spiel- und Lernanreize für das unterschiedliche Entwicklungsalter der Kinder. Die offene Arbeit und die jetzt schon unterschiedlichen Altersgruppen setzen eine regelmäßige Teamabsprache und individuelle Lernimpulse voraus.
Gerade in diesem Umfeld und mit diesen Voraussetzungen in der pädagogischen Arbeit ist eine individuelle Förderung von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung möglich. Durch die Bildungs- und Lerngeschichten stehen die individuellen Kompetenzen im Vordergrund, diese werden gestärkt und aktiv durch das Personal in der Entwicklung unterstützt.

Pädagogische Schwerpunkte

  • Offenes Konzept
  • Bewegung
  • Naturerlebnis-Pädagogik

Bildungsdokumentation

Um die Entwicklung eines jeden Kindes in einer altersentsprechenden und wertschätzenden Form zu dokumentieren arbeiten wir mit den Bildungs- und Lerngeschichten.
Ursprünglich wurde dieses Verfahren in Neuseeland von Margaret Carr entwickelt und vom Deutschen Jugendinstitut an die deutschen Bildungspläne angepasst. Die Beobachtung des einzelnen Kindes wird dabei als Basiskompetenz der Erzieherin/des Erziehers für die alltägliche pädagogische Praxis verstanden.
Die Erzieherin/Der Erzieher beobachtet regelmäßig die Kinder, wertet die Beobachtung anhand von verschiedenen Lerndispositionen aus und schreibt dazu für das jeweilige Kind eine Lerngeschichte. Die Lerngeschichte beschreibt die Kompetenzen des Kindes, gibt Hinweise auf die individuellen Lernfortschritte und benennt weitere Schritte zur Unterstützung der Lernprozesse des Kindes.
Die Beobachtung und Dokumentation ist in den pädagogischen Alltag integriert. Das bedeutet, dass die Erzieherin/der Erzieher für einen Zeitraum von 5 bis 10 Minuten das Spiel des Kindes beobachtet und dokumentiert. Durch die Beobachtungen erhält die Erzieherin/der Erzieher umfangreiche Informationen über das Spielverhalten, die Interessen, die Vorlieben, die Spielpartner der Kinder und auch über ihre Ängste, Konflikte, Verhaltensweisen usw.

Von besonderer Bedeutung ist es, dass die Kinder an jeder Phase der Dokumentation und Entstehung ihrer Lerngeschichte beteiligt werden. Dieses geschieht z. B. indem sie die einzelnen Beobachtungssequenzen durch eigene Worte oder Bilder ergänzen. Die Erzieherin/Der Erzieher gibt dem Kind eine Rückmeldung zu seinen Lernprozessen und beteiligt das Kind an der Entwicklung weiterer Schritte. Die fertige Lerngeschichte kommt in den persönlichen Ordner, den wir Portfolio nennen. Das Portfolio ist Eigentum des Kindes, hat einen festen Platz in der Gruppe und ist für das Kind jederzeit erreichbar.

Die Lerngeschichten bestärken das Kind in seinen Bildungsprozessen. So können Lernfortschritte festgestellt und eine gezielte Förderung der Kinder geplant werden.
Die Lerngeschichte des Kindes kann in unterschiedlicher Form dokumentiert werden. Für die älteren Kinder meist in Form einer Geschichte unterstützt durch Fotos der jeweiligen Situation und für die jüngeren Kinder anhand von Bildern/Fotogeschichten mit wenig Text. Somit können Kinder jeder Altersgruppe einen Bezug zu ihren ganz persönlichen Lernerfolgen herstellen.

Die Beobachtung, die Dokumentation und das Gespräch mit dem Kind sind eine besondere Form der Zuwendung und Aufmerksamkeit, welche die Kinder sehr genießen.
Die Eltern in unserer Kita sind jederzeit dazu eingeladen das Portfolio des Kindes (gemeinsam mit dem Kind) anzuschauen.

Bildungsangebot

In unserer Einrichtung gibt es vier Gruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

  • Bienengruppe
    mit der Lernwerkstatt "Sinne" und Spielangeboten für jüngere Kinder
  • Ameisengruppe
    mit der Lernwerkstatt "Konstruieren und Forschen" für jüngere Kinder
  • Käfergruppe
    mit der Lernwerkstatt "Rollenspiel/Theater"
    Dort werden Themen aus der Lebenswelt der Kinder aufgegriffen.
  • Libellengruppe
    mit den Lernwerkstätten "Kreativität" und "Alles Eck"
    Dort befindet sich das Atelier zum kreativen Gestalten und es gibt vielfältige Spielangebote für die älteren Kinder.


Projekte die uns im Kita-Jahr begleiten:

  • JolinchenKids
    Ein Präventionsprojekt des Verbundes "Familienzentrum NRW Schloß Neuhaus", das von der AOK unterstützt wird. Das Erlernen von gesundheitsfördernden Gewohnheiten und Verhaltensweisen steht im Mittelpunkt. Die Schwerpunkte des Projektes sind gesunde Ernährung und viel Bewegung.
    Im Jahr 2008 sind wir mit dem  TigerKids-Projekt gestartet und vieles findet sich im Alltag der Kita wieder. Seit dem Jahr 2017 begleitet uns das Projekt "JolinchenKids". Gesunde Ernährung wird gelebt. Es gibt zu den Zwischenmahlzeiten Obst oder Gemüse, vor dem Mittagessen einen Rohkostteller und bei allen Festen und Geburtstagsfeiern werden Obst und Gemüsevarianten gereicht.
    Bewegung ist ein Schwerpunkt in unserer Einrichtung. Während des Tages sollen die Kinder die Möglichkeit haben, sich unterschiedlich zu bewegen. Dazu gehören Spiele an der frischen Luft sowie Ausflüge in die nähere Umgebung. Das Jolinchen begleitet viele Aktionen der Kinder, z. B. Trinken an der Trinkoase oder das Turnen, das zum Power-Sport wird.
  • Gesund im Mund
    Das Projekt rund um den Zahnarzt findet jedes Jahr statt. Es richtet sich an die Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren. Unsere Betreuungszahnärztin besucht uns in der Kita und die Kinder besuchen die Zahnarztpraxis. Zu dem Thema finden unterschiedliche Aktionen statt.
  • Zahlenland
    Die Kinder im letzten Kitajahr besuchen das Zahlenland. In diesem Projekt geht es darum die Neugierde auf Zahlen und Ziffern zu wecken. Die Kinder lernen die Zahlen 1 bis 10 auf unterschiedliche Weise kennen. Es werden Geschichten erzählt, sortiert und Zahlen in der Lebenswelt der Kinder gesucht.
  • Sing mit
    Singen und Sprachspiele sind ein fester Bestandteil unserer Sprachförderung. Singen beruhigt, regt an, schult die Stimmbildung und macht fröhlich. Es werden regelmäßig Stuhlkreise für unterschiedliche Altersgruppen oder interessierte Kinder angeboten. Jeden Dienstag treffen wir uns zum Singen in der Turnhalle.
  • Waldwochen
    Zusätzlich zum Spielangebot auf unserem Außengelände bieten wir unseren Kindern Waldwochen an. Sie finden in den Monaten Mai/Juni statt. Hier haben die Kinder die Möglichkeit den Lebensraum „Natur“ mit allen Sinnen zu erleben. Es werden vielfältige Erfahrungen gesammelt, sei es im Bereich der Tier- und Pflanzenwelt oder auch der Wald mit all seinen unterschiedlichen Facetten
    Jedes Kind hat die Möglichkeit eine komplette Woche im Wald zu verbringen, unabhängig von der Wetterlage. Es wird im Wald gefrühstückt, zur „Toilette“ gegangen, getobt, geklettert, entdeckt und vieles andere mehr.
    Da es keine vorgegebenen Themen gibt, die dort bearbeitet werden müssen, ist jeder Tag ein Entdeckungstag. Es werden die Bedürfnisse der Kinder wahrgenommen und situationsorientiert umgesetzt.
    Spielmaterialien werden nicht mitgenommen. Der Wald bietet genügend eigenes Material. Nur Seile, Hängematten, Werkzeuge o. ä. kommen mit und bieten unterschiedliche Möglichkeiten zur Gestaltung des Tages.
    Der Wald bietet vielfältige Bewegungsanreize für den Körper, z. B. Schrägen erklettern, Höhen erleben, unebenes Gelände begehen, ständige Gleichgewichtskontrolle, Körperkräfte erspüren.
    Beim Spiel können eigene Ideen umgesetzt werden, sei es der Bau von Hütten, Unterständen oder die Bearbeitung von Ästen und Zweigen. Nichts ist vorgefertigt. Unser Motto: „Wer schmutzig ist, hat gut gespielt.“
  • Ich geh zur U! Und Du?
    Dieses Projekt ist ebenfalls ein Präventionsprojekt des Verbundes "Familienzentrum NRW Schloß Neuhaus" und dient zur Unterstützung der Vorsorgeuntersuchungen von Kindern.
  • BISC
    Das Bielefelder Screening (BISC) zur möglichen frühen Erkennung von Lese-Rechtschreib-Schwächen bei Kindern mit dem Förderprogramm Hören, Lauschen, Lernen (HLL) ist ein fester Bestandteil in allen städtischen Kindertageseinrichtungen.

Partizipation

Partizipation im Kindergarten meint, dass eine Teilhabe der Kinder an verschiedenen Entscheidungen im Kindergartenalltag stattfindet. Ein wichtiges Erziehungsziel dabei ist, dass die Kinder lernen, ihre eigenen Ideen, Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu äußern.

Die Kinder lernen ihre Meinung zu vertreten und in der Diskussion miteinander auch andere Meinungen und Standpunkte zu hören und zu akzeptieren. Kinder machen häufig die Erfahrung, dass für sie gedacht, geplant und entschieden wird. Wir achten und schätzen die Kinder als eigenständige und gleichwertige Persönlichkeiten, die das selbstverständliche Recht haben, bei allen Dingen, die sie betreffen, mitzureden und mitzugestalten. Deshalb geben wir den Kindern unabhängig vom Alter vielfältige Möglichkeiten, ihre Interessen, Wünsche und Gefühle zu erkennen, auszudrücken und mit ihnen umzugehen. So unterstützen wir die Kinder dabei, ihren Alltag mitzubestimmen und mitzugestalten.
Durch aktive Beteiligung befähigen wir die Kinder, sich mit anderen Kindern zu verständigen und ihre Ideen alleine oder gemeinsam mit anderen zu verwirklichen. Wir freuen uns über Kinder, die uns ihre Meinung sagen, die Initiative und Verantwortung übernehmen, die ihre Rechte und Beachtung einfordern.

Die Kinder lernen ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse kennen und verbalisieren sie in den Stuhlkreisen oder im Freispiel. Sie stellen Fragen und üben das Zuhören, Ausreden lassen und lernen andere Meinungen und Standpunkte zu akzeptieren. Sie setzen sich aktiv mit ihrem eigenen Lebensbereich auseinander und gestalten ihn mit. Sie treffen Entscheidungen, achten sie und handeln Konflikte aus. Die Kinder werden selbstständiger, selbstbewusster und identifizieren sich mit der Einrichtung.

Anhand von einigen Beispielen verdeutlichen wir Partizipation in unserer Arbeit:

  • im Freispiel gibt es folgende Möglichkeiten:
    Gespräche führen, Konflikte lösen, Gefühle äußern, Regeln besprechen, Entscheiden in welcher Gruppe ich spiele, ob ich frühstücken möchte, usw.
  • Absprachen treffen in den Stuhlkreisen
  • Schulanfängerkonferenzen werden durchgeführt
  • Befragungen zum Essensplan
  • Geburtstagsgäste für den Geburtstagstisch aussuchen; Spiele und Lieder aussuchen
  • Anschaffung von größeren Spielgeräten wird überlegt
  • Gestaltung des Gruppenraums bzw. Spielraumplanung wird gemeinsam überlegt
  • Zeit haben für das Anliegen und die Belange der Kinder
  • Zeit haben für einen regelmäßigen Austausch, um die Interessen der Kinder wahrzunehmen