Pädagogik:
Städt. Kita "Unter den Linden"

Pädagogisches Profil

Auf Grundlage der Philosophie der Reggio-Pädagogik haben wir den pädagogischen Alltag in unserer Kindertageseinrichtung für Kinder im Alter von 4 Monaten bis 6 Jahren geöffnet.

Die städtische Kita Unter den Linden hat am 12. September 2017 die Anerkennung als

" reggio-inspiriertes Kinderhaus" für den Zeitraum September 2017 bis September 2021

erhalten und 

wurde in das deutsche Netzwerk reggio-inspirierter Kindertageseinrichtungen  aufgenommen.

Das Team hat von  Prof. Dr. Tassilo Knauf, Vorstandsvorsitzender von Dialog Reggio die Anerkennung erhalten.

Die Reggio-Pädagogikbetrachtet das Kind als Forscher, als ein sich aktiv der Welt erschließendes volwertiges Mitglied der Gemeinschaft und als Konstrukteur seiner eigenen Entwicklung. Es muss ihm ermöglicht werden, sein eigenes Zeitgefühl zu erleben und es vertiefen zu können, um etwas in voller Hingabe zu tun. Genauso braucht das Kind Zeit zum Zögern oder Träumen, ohne dass der Erwachsene es drängt.
Es wird darauf vertraut, dass das Kind eine individuelle Lösung für ein Problem finden wird. Das Kind wird zum Subjekt der Erziehung und nicht mehr Objekt der Erziehung.

Kinder brauchen Erwachsene und auch andere Kinder zum Dialog und zur Interaktion. Sie sollen das „Lernen lernen“ (Ulrich & Brockschneider, 2003) um in ihrem kindlichen Wesen wachsen zu können und zu einem physischen und psychischen Wohlbefinden zu gelangen. Dieses Menschenbild ist faszinierend und revolutionär zugleich und unterscheidet die Reggio-Pädagogik grundlegend von anderen Ansätzen.

Reggiopädagogik ist kein Modell oder Konzept, sondern eine neue Art des Denkens über Kinder.

Es ist eine Denkweise, die nicht gelernt aber gefunden  werden kann. Wir suchen täglich...

Im Situationsorientierten Ansatz sind auch Bestandteile der offenen Arbeit im wesentlichen aufgezeigt.
Der Situationsorientierte Ansatz verfolgt das Ziel, Kinder unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft darin zu unterstützen, ihre Lebenswelt zu verstehen und selbstbestimmt, kompetent und verantwortungsvoll zu gestalten.

Merkmale sind unter anderem

  • Respekt und Achtung vor der Einzigartigkeit und Individualität der Kinder, so dass der Kindergarten als ein Ort der Wertschätzung von Kindern erlebt wird.
  • Struktur als Grundlage für eine sinnvolle Orientierungshilfe der Kinder, so dass der Kindergarten Sicherheiten vermittelt.
  • Gewährleistung von Zeit, so dass der Kindergarten ein Ort ungeteilter Zeiten ist.
  • Verständnis und Zuverlässigkeit in der Beziehungspflege mit Kindern, damit der Kindergarten einen Ort der Akzeptanz und Sicherheit darstellt.


Nach einer Eingewöhnungszeit, die konzeptionell festgeschrieben ist, erleben die Kinder sicher gebunden durch die Bezugserzieherin/den Bezugserzieher alle Räume der Kita als Erlebens- und Erfahrungsräume. Die Kinder entscheiden selbst mit wem, wann und wo sie spielen und lernen wollen.


Unser Bild vom Kind:

  • Kinder bilden sich von Geburt an, machen sinnliche Erfahrungen und sind in der Lage sich mit ihrer sozialen Welt auszutauschen.
  • Kinder bilden sich im sozialen Kontext selbst.
  • Kinder werden als Konstrukteure ihrer individuellen Wirklichkeit und Entwicklung gesehen.
  • Kinder sind kreativ und handlungsaktiv.
  • Kinder lernen aus eigenem Antrieb und haben ein hohes Maß an Selbstbildungspotenzial.
  • Kinder lernen mit allen Sinnen, nach eigenen Strategien, handeln und experimentieren zugleich mit und von anderen.
  • Die Kinder haben 100 Sprachen. Die verschiedenen Möglichkeiten der Sinneserfassung bilden die Grundlage.
  • Die Arbeit mit den Kindern ist eine Erziehungspartnerschaft zwischen Erzieherinnen/Erziehern und Eltern. Eltern sind Experten für ihre Kinder.

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Unsere Haltung:

  • Wir Erzieher/innen sind uns der Verantwortung bewusst und begleiten und fördern die Kinder auch durch unsere eigenen Stärken, Fähigkeiten und Erfahrungen.
  • Wir verstehen die Vielfalt der Menschen ob groß oder klein als Zauber, der täglich gelebt wird.
  • Die Begleiterin/Der Begleiter
    Das Kind wird als der eigentliche Akteur und Konstrukteur seiner Entwicklung gesehen. Dabei braucht es jedoch einen Wegbegleiter, der es in seinem Selbstlernprozessen bestärkt. Begleitung statt Anleitung ist wichtig.
  • Die Forscherin/Der Forscher
    Das forschende Begleiten hat kommunikative, reflektive und pragmatische Anteile. Es umschließt das Aufnehmen, Verarbeiten und Interpretieren der vielfältigen Äußerungen und Ausdrucksformen der Kinder sowie das Bereitstellen verschiedenartiger Ressourcen für die Entwicklung von Kindern.
  • Die Zeugin/Der Zeuge
    Das pädagogische Planen wird Teil dieses Begleitprozesses, indem Beobachtungen dokumentiert und im Hinblick auf die Frage interpretiert werden, was das einzelne Kind für seine Entwicklung benötigt und wie wir seinen Bedürfnissen gerecht werden können. So wird die Erzieherin zur Zeugin und zur Mitlernenden/der Erzieher zum Zeugen und zum Mitlernenden.

Pädagogische Schwerpunkte

  • Offenes Konzept
  • Bewegung
  • Reggio-Pädagogik

Bildungsdokumentation

Die Philosophie der Reggio-Pädagogik besagt: Alles was die Kinder tun, ist es wert ernst genommen zu werden. Alles kann wichtig sein oder werden. Die 100 Sprachen der Kinder zu verstehen, erfordert allem, was sie in welcher Form auch immer äußern, Beachtung und Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Bildungs- und Lerngeschichten nach Margaret Carr sind ein hervorragendes Instrument, um diese 100 Sprachen der Kinder zu beachten. Sie setzen an den Stärken und Kompetenzen jedes einzelnen Kindes an und beziehen Kinder sowie Eltern mit ein.
Diese Bildung machen wir sichtbar an sprechenden Wänden, bewegten Bildern und Filmaufnahmen, ausführlichen Konzeptionsaussagen in Wort und Bild, die alle Erzieher/innen mit einbeziehen. Die Erzieher/innen machen durch ausführliche Wanddokumentation deutlich, wie Kinder lernen, mit welchen Themen sich die Kinder beschäftigen und welche Interessen sie verfolgen. Über die Schwerpunkte unserer Arbeit liegen ausführliche Konzeptionen in Schrift und Bild aus.

  • Dokumentation der Wassergewöhnung
  • Dokumentation der Waldabenteuer


Weitere Bildungsdokumentationen sind in unserer Einrichtung sichtbar in Form von Portfolios.

  • Mädchen sind anders, Jungen aber auch
  • ein Prinzessinnentag im Kindergarten
  • unser Superheldenfest
  • ein Fest für alle Nationen
  • die Stadt Paderborn zum Entdecken
  • Geschmackswochen; Essen und Trinken in der Kita

Bildungsangebot

Unsere Bildungsangebote orientieren sich an den Bildungsgrundsätzen des Landes NRW.

Der Bildungsbegriff der Reggio-Pädagogik weist viele Gemeinsamkeiten mit dem neuhumanistischen Bildungsbegriff auf, wie er von W. von Humboldt (1767-1835) entwickelt wurde. Für W. von Humboldt war war der Mensch nur als Individuum denkbar. Das eigentlich Menschliche ist die Individualität. Wozu der Mensch bestimmt ist, lässt sich nur für jeden einzelnen Menschen beantworten.
Und da jeder Mensch verschieden ist, ist auch das was Menschen ausmacht nach W. von Humboldts  Auffassung nicht allgemein festzulegen.
 

  • Kreativwerkstatt
    Ein Raum, in dem die Kinder alles finden, was sie in ihrer Kreativität inspiriert, fordert und fördert. Material, das ihre Nah- und Fernsinne, ihre Fantasie und ihre Gefühle anregt und jederzeit frei zugänglich und gut sichtbar zur Verfügung steht, matschen und kneten mit unterschiedlichen Materialien z. B. Erde, Ton, Knete, Kleister, Malen mit Fingerfarben und Körperfarben.
    Der Begriff Kreativraum bezieht sich auch auf den Naturraum außerhalb des Gebäudes.
    Ausstellungsplätze für fertige Werke sind vorhanden.
  • Bauen und Konstruieren
    Die Kunst der pädagogischen Arbeit im Kindergarten liegt nicht darin die Kinder zum Lernen zu bewegen, sondern die Lernprozesse so zu gestalten, dass die vorhandene Lernfreude sich zu einer grundlegenden Disposition entwickelt.
    Die unterschiedlichsten Materialien regen die Kinder zum Konstruieren an und geben ihnen die Gelegenheit zum Forschen, Experimentieren und Gestalten. Dazu gehören z. B. Zollstock, Lineal und Waage, die einladen Kletterparcoure zu erstellen, Zahlenbegriffe zu erfassen und Baupläne zu erstellen.
  • Werkecke
    Hier gibt es Materialien und Werkzeuge, die für die Kinder frei zugänglich sind und zum selbstständigen Tun einladen.
  • Naturerlebnis Wald
    Ganzjährig finden wöchentliche Fahrten in den Wald statt. Außerdem veranstalten wir regelmäßig Waldwochen, wo die Kinder eine ganze Woche den Wald erleben und Ausflüge in andere Wald- und Naturgebiete.
  • Bewegung
    Die gesamte Kita - drinnen und draußen - ist Bewegungsraum.
    Als zertifizierter Bewegungkindergarten steht den Kindern ein tägliches Bewegungsangebot zur Verfügung. Diese Angebote sind konzeptionell verankert und fester Bestandteil der Kita-Arbeit. Unser Verständnis vom Raum als dritten Erzieher bezieht den Außenbereich der Kita in unsere tägliche Arbeit mit ein. Neben den regelmäßigen Waldtagen haben die Kinder Gelegenheit, die Dreifachturnhalle der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule zu nutzen, den Ahorn-Sportpark zum Baseball spielen mit unserem Kooperationspartner, den Untouchables Paderborn, zu besuchen, regelmäßige Besuche im Schwimmbad zu erleben und täglich die Turnhalle im Kindergarten mit ausgebildeten Erzieherinnen/Erziehern, die zertifiziert sind als Bewegungserzieher für Kinder im Elementarbereich, zu nutzen.
  • Ernährung
    Seit 2012 ist der Kindergarten zertifiziert mit dem Pluspunkt Ernährung. In unserem präventivem Ansatz arbeiten wir aktiv an der Erziehung zu gesunder Lebensweise. Die Kinder werden herangeführt an ein gesundes Trink- und Essverhalten. Durch positive Vorbilder lernen sie nachhaltig gesundes Essverhalten, die Zubereitung von Speisen und machen vielfältige Sinneserfahrungen. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung wird z. B. im täglichen Angebot von Gemüse- und Obsttellern bereitgestellt. Dabei werden grundsätzlich keine Verbote von Süßwaren und dergleichen gemacht. Eher wird dem Kind ein Verständnis der Zusammenhänge einer gesunden Ernährung angeboten.
    Die beratende, motivierende Elternarbeit zu diesen Inhalten runden unsere präventive Gesundheitsarbeit ab.
  • Projektarbeit
    Die Projektarbeit kann als Herzstück der Reggio-Pädagogik betrachtet werden.
    Projekte ergeben sich aus der Analyse der kindlichen Aktivität und können von 4 Minuten bis 4 Wochen dauern.
    • die Raupe
    • Spinnen im Herbst
    • Kaulquappen
    • Trecker
    • die Feuerwehr
    • Besuch der Bücherei
    • die Baustelle
       

Weiteren Impulse oder Projekte die von der Erzieherin/vom Erzieher angeregt werden:

  • Felix Fit
    ist ein Programm, das die Kinder zu einem gesundheitsförderlichen, rückengerechtem Verhalten anhält.
  • Zahlenland
    Die Kinder erleben mit dem Kobold Kuddelmuddel spielerisch den Zahlenraum von 1 bis 10.

Partizipation

Partizipation bedeutet für uns , die Kinder in jedem Alter als Akteur ihrer eigenen Entwicklung zu verstehen, im Alltag in Entscheidungen mit einzubeziehen und sie alters- und entwicklungsgerecht bei sie betreffenden Angelegenheiten zu beteiligen.
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  • Die Kinder lernen die Mitbestimmung und Beteiligung im Kita-Alltag in allen Fragen, die sie betreffen.
  • Sie haben Interesse an Entscheidungsprozessen, die ihr Lebensumfeld beeinflussen. Sie können an diesen Prozessen verantwortungsvoll ihrem Alter und ihren Bedürfnissen entsprechend mitwirken.
  • Kinder sind eigenständige Persönlichkeiten mit vielfältigen Fähigkeiten. Daher macht ihre Beteiligung für uns einen Sinn. Mitbestimmung bei Festen und Feiern sowie Ausflügen sind selbstverständlich.
  • Das heißt für uns ein Raumkonzept, das ihren Interessen und Bedürfnissen entspricht.
  • Es gibt Gremien wie Erzähl- und Morgenkreise um Wünsche und Beschwerden zu äußern.
  • Es finden Vollversammlungen mit allen Menschen im Kindergarten statt.
  • Schulkinderkonferenzen, in denen Vorschläge eingebracht werden und Abstimmungen vorgenommen werden, werden veranstaltet.
  • Themenorientierte Projekte, die von 4 Minuten bis 4 Monate dauern können, werden angeboten.
  • Die Kinder haben freie Wahl der Spielorte und -partner.
  • Selbstbestimmung und bei allen Fragen, die Essen und Trinken, die Pflege sowie Ruhen und Schlafen betreffen.
  • Die Kinder sollen lernen, verschiedene Arten sich zu beteiligen zu wählen oder auch einen Platz im von den Kindern gewählten Gremium zu besetzen.
  • Die Haltung der Erzieher/innen ermöglicht es den Kindern, Beschwerden loszuwerden.
  • Das Büro der Leitung ist den Kindern bekannt als ein Ort um Beschwerden, Wünsche und Anregungen anzubringen.
    In jedem Fall wird sich gekümmert. Regelmäßig haben Kinder die Möglichkeit ihre Zufriedenheit zu den Spielbereichen anzubringen.