Pädagogik:
Städt. Kita "Waldblick"

Pädagogisches Profil

In den Räumen unserer Kita gibt es für alle viel zu entdecken.
Bereiche zum gemeinsamen Spiel verbinden die unterschiedlichen Altersgruppen in einer familienähnlichen Weise. Freies Spiel in einer vorbereiteten Umgebung, aber auch die Mitgestaltung von Projekten bieten jedem Kind einen passenden Platz in der Gemeinschaft unserer Kita. Dabei werden die verschiedenen Bildungsbereiche in unterschiedlicher Weise berücksichtigt und die Stärken der Kinder in den Alltag einbezogen. Großzügige, helle und liebevoll gestaltete Räumlichkeiten bieten jedem Kind Gelegenheit sich auszuprobieren und Bildungsprozesse ganz spielerisch zu erleben.

Natürlich findet jedes Kind auch Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten. Somit kann jederzeit ausreichend Energie für den Kita-Alltag gesammelt werden.
Besondere Zeiten wie das gemeinsame Frühstück oder Mittagessen, aber auch die Pflegesituationen der Kleinsten können in den dafür vorgesehenen Räumen kindgerecht stattfinden.

Wir betreuen die Kinder in 4 pädagogischen Gruppen mit unterschiedlicher Größe und Altersstruktur.
Die Aufnahme der neuen Kinder wird mit den Familien individuell besprochen und geplant.


Eingewöhnung der neuen Kinder
Ein besonderes Anliegen und ein wichtiger erster Schritt in eine gelingende Erziehungspartnerschaft stellt für uns die Planung und Vorbereitung der Eingewöhnungszeit der Kinder dar. Zusammen mit Eltern gestaltet eine Bezugserzieherin/ein Bezugserzieher die ersten Tage und Wochen in unserer Kita nach den fünf Schritten des Berliner Eingewöhnungsmodells.

Transitionen/Übergänge
Nicht nur der Schritt vom Elternhaus in die Kita, sondern auch andere Zeiten wie ein Gruppenwechsel innerhalb der Kita oder der Eintritt in die Schule sind Übergänge im Leben von Kindern, bei denen sie unsere Unterstützung brauchen. Wir haben für diese Situationen verschiedene Modelle im Team erarbeitet und begleiten alle Beteiligten in dieser aufregenden Zeit.


Unser Alltag mit den Kindern

  • Ideen bleiben nicht im Kopf, sondern werden sichtbar gemacht, indem ein Kind z. B. malt, gestaltet, spielt, experimentiert, erfindet, lacht, lernt, erprobt, sich bildet, diskutiert.
  • Unsere Kinder sollen von Raum zu Raum gehen dürfen, um sich selbst entscheiden zu lernen, was für sie gerade passt und gut ist (teiloffenes Raumkonzept).
  • Wir regen durch entsprechende Räume die Gestaltungs- und Bildungsprozesse der Kinder an.
  • Wir nutzen den Erfahrungsraum Wald regelmäßig, um mit Kindern jeder Altersgruppe den Vormittag dort zu verbringen und die Nähe und Wertschätzung der Natur zu fördern.
  • Durch liebevolle Erwachsene als Bindungspersonen ermöglichen wir einen vertrauensvollen Umgang und die Grundlage einer gesunden Persönlichkeit.
  • Durch unterschiedliche Formen der Dokumentation, anhand von Wandaushängen mit Fotos und auch dem Verfahren der Bildungs- und Lerngeschichten, wollen wir den Augenblick ersichtlich machen.
  • Alle am Erziehungsprozess beteiligten Eltern, Großeltern, Familienmitglieder, Erzieher/Erzieherinnen, Freunde und Tagesmütter gestalten gemeinsam den Bildungsprozess des Kindes.

Pädagogische Schwerpunkte

  • Teiloffenes Konzept
  • Reggio-Pädagogik
  • Situationsorientierter Ansatz
  • Waldpädagogik

Bildungsdokumentation

Um die Entwicklung eines jeden Kindes in einer altersentsprechenden und wertschätzenden Form zu dokumentieren, arbeiten wir mit den Bildungs- und Lerngeschichten.
Ursprünglich wurde dieses Verfahren in Neuseeland von Margaret Carr entwickelt und vom Deutschen Jugendinstitut an die deutschen Bildungspläne angepasst.
Die Beobachtung des einzelnen Kindes wird dabei als Basiskompetenz der Erzieherin/des Erziehers für die alltägliche pädagogische Praxis verstanden.

Die Erzieher/innen beobachten regelmäßig die Kinder, werten die Beobachtung anhand von verschiedenen Lerndispositionen aus und schreiben dazu für das jeweilige Kind eine Lerngeschichte. Die Lerngeschichte beschreibt die jeweiligen Kompetenzen des Kindes, gibt Hinweise auf die individuellen Lernfortschritte und benennt weitere Schritte zur Unterstützung der Lernprozesse des Kindes.

Die Beobachtung und Dokumentation ist in den pädagogischen Alltag integriert. Das bedeutet, dass die Erzieherin/der Erzieher für einen Zeitraum von 5 bis 10 Minuten das Spiel des Kindes beobachtet und dokumentiert. Durch die Beobachtungen erhält die Erzieherin/der Erzieher umfangreiche Informationen über das Spielverhalten, die Interessen, die Vorlieben und die Spielpartner der Kinder sowie über ihre Ängste, Konflikte, Verhaltensweisen u. v. a. m.
Von besonderer Bedeutung ist es, dass die Kinder an jeder Phase der Dokumentation und Entstehung ihrer Lerngeschichte beteiligt werden. Dieses geschieht z. B. indem sie die einzelnen Beobachtungssequenzen durch eigene Worte oder Bilder ergänzen. Die Erzieherin/Der Erzieher gibt dem Kind eine Rückmeldung zu seinen Lernprozessen und beteiligt das Kind an der Entwicklung weiterer Schritte. Die fertige Lerngeschichte kommt in den persönlichen Ordner, den wir Portfolio nennen. Das Portfolio ist Eigentum des Kindes, hat einen festen Platz in der Gruppe und ist für das Kind jederzeit erreichbar.

Die Lerngeschichten bestärken das Kind in seinen Bildungsprozessen. So können Lernfortschritte festgestellt und eine gezielte Förderung der Kinder geplant werden.
Die Lerngeschichte des Kindes kann in unterschiedlicher Form dokumentiert werden. Für die älteren Kinder meist in Form einer Geschichte unterstützt durch Fotos der jeweiligen Situation und für die jüngeren Kinder anhand von Bildern/Fotogeschichten mit wenig Text. Somit können Kinder jeder Altersgruppe einen Bezug zu ihren ganz persönlichen Lernerfolgen herstellen.
Die Beobachtung, die Dokumentation und das Gespräch mit dem Kind sind eine besondere Form der Zuwendung und Aufmerksamkeit, die die Kinder sehr genießen.
Die Eltern in unserer Kita sind jederzeit dazu eingeladen das Portfolio des Kindes (gemeinsam mit dem Kind) anzuschauen.

Bildungsangebot

Wir, das pädagogische Personal der Kita "Waldblick", orientieren uns in unserer Arbeit an einem Leitsatz von Johann Heinrich Pestalozzi:

"Vergleiche nie ein Kind mit einem anderen, sondern nur mit sich selbst."

Mit diesem Blick auf jedes einzelne Kind und die damit verbundene Familie ist es uns möglich, jeder Altersgruppe in unserer Kita einen wichtigen Stellenwert und Platz einzuräumen.

Zu unseren wichtigsten Schwerpunkten im Alltag zählen wir momentan folgende Bildungsangebote:

  • Waldvormittage
    Die besondere Lage unserer Kita bietet uns regelmäßig die Möglichkeit einen Teil des Tages im Wald zu verbringen. In nur 2 Minuten erreichen wir diesen besonderen Lebensraum und erleben dort ganzjährig mit den Kindern interessante Abenteuer. Beobachtungen von Pflanzen und Tieren aber auch der Wechsel der Jahreszeiten sind uns hierbei besonders wichtig. Außerdem bietet uns der Lebensraum Wald zahlreiche Möglichkeiten, um auf ganz natürliche Weise zur Förderung der sinnlichen Wahrnehmung und Konzentration beizutragen. Spiele, die die Motorik und das Selbstbewusstsein der Kinder fördern, stehen an diesen Tagen im Mittelpunkt.
  • Mathekoffer
    Das Projekt Mathekoffer wurde 2011 vom Netzwerk Kindergarten - Grundschule entworfen und soll den Kindern die Verbindung zwischen Kita und Grundschule sowie den Übergang erleichtern.
    Ziele des Mathekoffers sind z. B. bei den Kindern das Interesse und die Begeisterung für Mathematik zu entwickeln, den spielerischen Aspekt des Lernens zu verbessern und die natürliche Faszination von Zahlen zu unterstützen. Die Aufgaben sind in fünf verschiedene Bereiche unterteilt: Raum-Lage-Beziehung, Zählfähigkeit, Mengen und zahlbezogenes Wissen, Größen und Rechenfertigkeit. Diese sind modulartig angelegt und bauen aufeinander auf.
    Zum Abschluss des gesamten Projektes führen wir das kleine Quadrat durch. Dies ist eine Geschichte zum Falten und Fabulieren, das die Kinder zum Abschluss der Kindergartenzeit mit nach Hause nehmen dürfen.
  • Zahlenland
    Wir laden die Kinder 2 Jahre vor der Einschulung ein das Zahlenland zu besuchen. In diesem Projekt werden neben dem positiven Verhältnis zu Zahlen im Zahlenraum 1 bis 10 und zur Mathematik folgende Ziele verfolgt:
    • altersgerechte und spielerische, mathematische Grundkenntnisse
    • jede Zahl hat charakteristische Eigenschaften
    • Eigenschaften von Zahlen: 10 ist größer als 1
    • geometrische Formen
    • Vernetzung: Ziffern- und Punktbild erkennen und zuordnen (Zahl/Würfel)
    • Konzentration
    • Sprachkompetenz
    • soziale Kompetenzen im Umgang Miteinander
  • Wasserwerkstatt
    Das Element Wasser ist für alle Kinder ein faszinierendes und zugleich alltägliches Gut. In unserer Wasserwerkstatt sind die Kinder eingeladen unter Aufsicht ausgiebig mit diesem flüssigen Rohstoff zu experimentieren und zu erforschen, welche typischen Eigenschaften es mit sich bringt. Schütten, gießen, portionieren, genau zielen aber auch planschen und einfach Spaß haben sind Erfahrungen, die sich mit Wasser in besonderer Weise erleben lassen. Besonders die Kleinsten erleben dabei viel Freude, aber auch eine Stärkung ihrer Ausdauer, Konzentration und sozialen Kompetenz.
  • Spracherziehung
    Zu diesem Entwicklungsbereich bietet unsere Kita unterschiedliche Formen der Unterstützung und Umsetzung. Ganz besonders zu betonen ist die alltägliche Kommunikation in der Kita. Alle Fachkräfte sind sich ihrer Vorbildrolle hierbei jederzeit bewusst. Natürlich findet die gesetzliche Sprachförderung für Kinder mit Sprachförderbedarf seinen festen Anteil im Alltag. Außerdem finden auch Treffen von Kleingruppen zur Sprachbildung statt. Ziel dieser Zusammentreffen ist es, den Erwerb der deutschen Sprache neben der Muttersprache der Familie zu fördern und spielerisch den Wortschatz zu erweitern. Im letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung führen wir das Verfahren BISC (Bielefelder Screening) mit den Kindern durch. Dieses dient der Erkennung einer möglichen Lese- Rechtschreib-Schwäche. Daran schließt sich bei Bedarf das HLL (Hören-Lauschen-Lernen) als Präventionsverfahren an.
  • Inklusion
    Im Rahmen der Inklusion bieten wir Plätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf an.
    Die besondere und individuelle Förderung wird von einer Heilpädagogin integriert in den Alltag der Kinder bzw. der Gruppe durchgeführt.
    ,

Die Weiterentwicklung und Dokumentation unserer pädagogischen Arbeit wird durch das IQUE-Verfahren (Integrierte Qualitäts- und Personalentwicklung) dokumentiert.

Mit diesem Qualitätsverfahren nach Ulrike Zische werden die frühkindlichen Bildungsbereiche und Selbstbildungspotenziale sichergestellt und stetig weiterentwickelt. Darüber hinaus bildet das Leitbild der städtischen Kindertageseinrichtungen ein wichtiges Fundament für die Bildungsarbeit unserer Einrichtung.

Wenn Sie mehr erfahren möchten freuen wir uns über ein Gespräch und den Austausch weiterer Informationen.

Partizipation

Die Beteiligung der Kinder an Entscheidungen und auch Prozessen ist uns ein großes Anliegen.
Oftmals sind Kinder aufgrund ihrer Erziehungsbedürftigkeit nicht in der Lage, sich Beteiligungsrechte selbst zu erkämpfen. Aus diesem Grund ist es uns wichtig, dass alle Kinder unserer Kita ganz selbstverständlich an Bildungsprozessen beteiligt werden. Das bedeutet aber auch, dass sich jedes Kind jederzeit bewusst für oder gegen Beteiligung entscheiden kann. Das Recht der Partizipation schließt somit auch ein, sich zu Entscheidungen nicht zu äußern und sich nicht zu beteiligen.

Durch den partizipativen Erziehungsstil wachsen unsere Kinder in demokratische Strukturen hinein und lernen, ihre Wünsche und Interessen zu vertreten und auf faire Weise auszuhandeln. Damit das gelingt, ist eine Beteiligung durch Erwachsene nötig. Besonders wichtig ist uns auch, passende Beteiligungsformen für jeden Entwicklungsstand und jede Altersgruppe zu finden.

Im pädagogischen Alltag mit den Kindern bedeutet dies z. B. folgende praktische Umsetzung:

Die Kinder entscheiden

  • in welchem Bereich der Kita sie sich aufhalten möchten (auch draußen auf dem Außengelände),
  • mit wem gemeinsam sie spielen oder etwas tun möchten,
  • an welchem Bildungsangebot oder Projekt sie teilnehmen möchten,
  • von wem sie gewickelt werden möchten,
  • wie ausgiebig sie Mittagsruhe halten möchten,
  • wie ihr Gruppenraum bzw. verschiedene Bereiche der Einrichtung gestaltet werden,
  • wie viel und was sie essen bzw. probieren möchten,
  • welches Mittagessen angeboten wird (Außerdem sind sie an der Zubereitung beteiligt.),
  • wie ihre Bildungsdokumentation gestaltet wird (Portfolio).

,

Zur Zeit befinden wir uns in einem Weiterentwicklungsprozess und planen weitere Formen der Mitbestimmung. Dazu gehören z. B.

  • Wahl eines Gruppensprechers
  • regelmäßige (einmal monatlich) Kinderparlamente zu aktuellen Themen wie z. B. Neuanschaffungen von Spielmaterial, Projektthemen finden und weiterentwickeln, Ausflüge oder Feste planen

Bei aller Weiterentwicklung ist es uns wichtig, dass Partizipation in unserer Kita ernstgemeinte, altersgemäße Beteilung für die Kinder bietet. Alle Themen und Situationen im Einrichtungsleben, im Rahmen der Erziehung und Bildung der Kinder, werden hierzu genutzt.