Pädagogik:
Waldorfkindergarten "Christian Morgenstern"

Pädagogisches Profil

Das pädagogische Konzept unseres Kindergartens basiert auf der anthroposophischen Waldorfpädagogik von Rudolf Steiner.
Die dauerhaften, verlässlichen Bezugspersonen legen in bewusst emotional-liebevoll gestalteter Beziehung ergänzend zur Familie die Grundlagen zur Entwicklung einer lebensbejahenden, sozialen und selbstbewussten Persönlichkeit. Einer ausgewogenen gesunden Entwicklung von Körper, Geist und Seele des Kindes wird hierfür besondere Bedeutung beigemessen.

Rhythmus und Wiederholung im Tages-, Wochen- und Jahreslauf geben den Kindern Orientierung und Sicherheit. Die Jahreszeiten prägen die Gestaltung der Räume und als konfessionsloser, christlicher Kindergarten werden besonders die Jahresfeste Ostern, Pfingsten, Johanni, Michaeli, Erntedank, St. Martin, Advents- und Weihnachtszeit sehr bewusst und erlebbar gestaltet.
Der Tag gliedert sich in täglicher Wiederholung in Freispielzeiten und geführte Phasen. Ein fester Bestandteil sind das gemeinsam zubereitete und eingenommene Frühstück sowie tägliche ausgedehnte Draußenzeiten im großzügigen, naturnah gestalteten Garten.

Die Spielmaterialen sind freilassend, fantasieanregend, bewusst nicht zweckgebunden, nicht vorgefertigt und fördern und fordern so ganz von selbst im Erkunden die Kreativität. Intensive sinnliche Erfahrungen werden besonders auch durch die Naturmaterialen (Zapfen, Äste, Kastanien, Muscheln, Steine) und das kreative Material (Bienenwachs, Holz, Naturwolle) unterstützt. Handarbeiten und Handwerken regen über das Spüren hinaus auch das fantasievolle kreative Gestalten und die Freude an der Ästhetik an.
Musische Elemente ergänzen die kindliche Sinnlichkeit durch die Reigen, Handgestenspiele, Märchen und bildreiches Liedgut. Die angehenden Schulkinder bekommen auf der Leier eine besondere musikalische Früherziehung. Ganz bewusst wird auf Texte in alter Sprache (z. B. original Grimm und altes Volksliedgut) zurückgegriffen, um einen differenzierten Wortschatz anzulegen und zu pflegen.
Eine besondere Verbindung von Bewegung, Sprache, Musik und Sinnespflege ist die wöchentliche Eurythmie, ein Element der anthroposophischen Erziehungslehre, für die Kinder ab dem dritten Lebensjahr.

Das Gruppenleben im freien Spiel und in geführten Phasen versteht sich als familienähnlicher Organismus. Neben den anregenden kreativen Elementen kommt dem Erwachsenen als tätiges Vorbild eine eigene Bedeutung zu. Im Pflegen und liebevollen Gestalten der Umgebung drinnen und draußen, im Zubereiten der Mahlzeiten, im Trösten und Schlichten erlebt das Kind sinnvolle Tätigkeiten in Kongruenz zur tatsächlichen Situation. Das Kind erlebt das Tätig-Sein (und letztlich damit das Leben an sich) als stimmig, sinnvoll und gut und kann selbst nachahmend tätig werden. In Vertrauen auf die Sinnhaftigkeit übt es, eigeninitiativ zu werden.

Pädagogische Schwerpunkte

  • Waldorf Pädagogik

Bildungsdokumentation

Unser Waldorfkindergarten ist der internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten und der Vereinigung der Waldorfkindergärten e. V. Region NRW angeschlossen und folgt in der Dokumentation den gemeinsamen fachlichen Standard. Die gesonderte Dokumentation der Sprachförderung erfolgt über das standardisierte Verfahren Basik.

Bildungsangebot

Die Erziehung eines Kindes wird als ganzheitlicher Auftrag verstanden, der sich der körperlichen, geistigen und seelischen Entfaltung verpflichtet fühlt. Die Sinnespflege, das soziale Lernen, die Bewegungsentwicklung, die Förderung der Fantasie und Kreativität werden alltagsintegriert und altersgerecht wie oben beschrieben gestaltet.

Partizipation

Was auch immer Kinder an großen und kleinen Fragen haben - im familienähnlichen, gemeinsamen Alltag lebt in Gesprächen und im Freispiel jeweils das, was die Kinder mit hineinbringen.
Der Besuch im Zoo, ein Familienfest, Familienzuwachs, ein spannendes neues Buch und andere aufregende oder bewegende Erlebnisse und Erfahrungen werden miteinander geteilt, weiter gesponnen, ins Spiel mit eingebaut und nicht zuletzt wird auch Bedrückendes gemeinsam zum Guten getragen. Liebevoll und altersgerecht soll ein lebensbejahender Blick entstehen dürfen.

Fragen in der Begegnung mit dem Kind können sein:

  • wie entwickele ich Entscheidungsfähigkeit und Bewusstseinsbildung?
  • Wie fördere ich die Gruppenwahrnehmung? Wie die Selbstwahrnehmung?
  • Wie bin ich im Dialog mit dem Kind? Wo entsteht Kommunikation zwischen den Kindern?
  • Was ist altersgemäße Beteiligung? Wie unterstützen wir eigene Gestaltungsimpulse?
  • Wo eröffnen wir die Fähigkeit, eigene Lernwege zu finden?